Anschlag beim CSD in Berlin: Tatverdächtiger bei Polizei-Einsatz erschossen

Berlin - Tödlicher Anschlag beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin! Am Samstagabend ist ein Mann mit einem Transporter in eine Menschenmenge gefahren und hat dabei eine junge Frau getötet sowie mehrere Menschen verletzt. Am Sonntag wurde der mutmaßliche Täter bei einem Polizeieinsatz erschossen.

Mit diesem Wagen war der Täter in die Menschenmenge gerast.  © Sebastian Gollnow/dpa

Der CSD war nach der Schocktat am Samstagabend abgebrochen worden.

Die Polizei identifizierte rasch Abdul B. als Tatverdächtigen und fahndete öffentlich nach dem 21-Jährigen, der dem islamistischen Spektrum zugeordnet wird.

Am Sonntagabend erfolgte der Zugriff in einer Berliner Gartenparzelle. Dort sollen Schüsse gefallen sein, wodurch der Verdächtige sein Leben verlor.

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26. Juli, 21.14 Uhr: Blumen, Trauer und Rufe nach CSD-Anschlag

Zwischen gepflegten Gärten in Berlin-Spandau soll der Zugriff erfolgen, hier hat die Polizei den mutmaßlichen Täter des Anschlags am Rande des Christopher Street Days ausfindig gemacht.

Dann wurde es dramatisch, das legen zumindest Angaben der Polizei nahe: Der Tatverdächtige lief mit einer Stichwaffe auf Polizisten zu, das SEK schoss auf den Mann. Anwohner erzählten von bis zu neun Schüssen. 

Der Mann starb laut Polizei noch am Einsatzort, trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch die Feuerwehr. Abdul B. war keine 24 Stunden nach seinem brutalen Angriff mit einem Todesopfer und 29 Verletzten ebenfalls tot. 

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Eine Frau stirbt, viele Menschen werden schwer verletzt. Der Angriff mit einem Auto im Berliner Tiergarten galt offensichtlich den Besuchern des Christopher Street Days.  © Monika Wendel/dpa

26. Juli, 21.06 Uhr: Wegner wundert sich über Freilassung von Abdul B.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53) hat sich verwundert über den früheren Umgang der Berliner Justiz mit dem Tatverdächtigen für den Terroranschlag vom Samstag geäußert.

"Er wurde verurteilt (...) nach Jugendstrafrecht", sagte der CDU-Politiker am Abend in der RBB-"Abendschau". "Und dann wurde leider durch das Gericht eine Bewährungsstrafe ausgegeben. Und ich will das nicht bewerten, das ist die Unabhängigkeit der Justiz, aber mir fehlen da schon die Worte."

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) sagte, man werde an diesem Punkt "genau hinschauen" müssen. "Wir wissen ja, dass er eine Vielzahl von Straftaten begangen hat, dass er mit dem Terror sympathisiert hat, dass es auch eine Verurteilung gab, die auf Bewährung ausgesetzt wurde, und die Staatsanwaltschaft dagegen Beschwerde erhoben hat", so der CSU-Politiker in der ARD.

"Und in der Tat wird zurzeit sehr die Frage danach gestellt, wie kann eigentlich bei jemandem, den man als Gefährder identifiziert, eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Auch dem wird detailliert nachgegangen."

Der Berliner Terrorverdächtige Abdul B. war schon länger im Visier der Sicherheitsbehörden und saß in Untersuchungshaft: Was danach passierte, macht den Regierenden Bürgermeister sprachlos.  © Elisa Schu/dpa

26. Juli, 20.06 Uhr: Wegner erleichtert über Fahndungserfolg der Polizei

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53) hat sich erleichtert darüber gezeigt, dass der Tatverdächtige des mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlags am Rande des Christopher Street Days (CSD) gestellt wurde.

"Dass die Berliner Polizei innerhalb von 24 Stunden den Tatverdächtigen hat, ist ein großer Erfolg der Ermittlungsbehörden", sagte der CDU-Politiker am Abend im RBB Fernsehen.

26. Juli, 19.56 Uhr: Mutmaßlicher CSD-Täter soll Polizisten angegriffen haben

"Der mutmaßliche Täter des Anschlags wurde erschossen", teilte die Berliner Polizei am Sonntagabend auf der Plattform X mit.

Demnach spürten Spezialkräfte den Mann gegen 18 Uhr in einer Kleingartenanlage im Ortsteil Spandau auf.

"Der Tatverdächtige ist hier mit einer Stichwaffe auf die Kräfte zugelaufen – deshalb kam es hier zum polizeilichen Schusswaffengebrauch", erklärte ein Sprecher. Daraufhin habe das Spezialeinsatzkommando von der Schusswaffe Gebrauch gemacht.

Der mutmaßliche CSD-Täter erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass er trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen noch am Einsatzort verstarb.

Die Staatsanwaltschaft sei über den Vorfall informiert worden. Nach Angaben der Polizei werden nun sowohl Ermittlungen zum polizeilichen Schusswaffengebrauch und dem Todesfall als auch die weiteren Ermittlungen zum Anschlag fortgeführt.

Abdul B.( †21) wurde in Spandau erschossen.  © Michael Kappeler/dpa

26. Juli, 19.27 Uhr: Bundesanwaltschaft hat CSD-Ermittlungen übernommen

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zu dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) übernommen, sagte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde.

Der Tatverdächtige ist nach Angaben der Berliner Senatsinnenverwaltung bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Nach dpa-Informationen wurde der Mann angeschossen und erlag den Verletzungen. 

Die Bundesanwaltschaft ist die oberste Anklagebehörde in Deutschland. Sie ist unter anderem zuständig für Fälle von islamistisch motiviertem Terrorismus. Zudem kann sie solche mit besonderer Bedeutung an sich ziehen.

26. Juli, 19.15 Uhr: Mutmaßlicher Täter Abdul B. in Spandau erschossen

Nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) hat die Polizei am Sonntagabend eine Gartenlaube in Spandau gestürmt.

Schwer bewaffnete Spezialkräfte umstellten die Parzelle und griffen anschließend zu. Dabei sollen auch Schüsse gefallen sein.

Nach Informationen von rbb und dem Spiegel soll es sich bei der Person in der Gartenlaube um den mutmaßlichen Attentäter Abdul B. gehandelt haben. Mehrere Medien, darunter auch Bild berichten zudem, dass der 21-Jährige bei dem Polizeieinsatz erschossen wurde.

Nach dem Anschlag am Rande des CSD fand am Sonntag ein Polizeieinsatz im Berliner Stadtteil Spandau statt.  © Fabian Sommer/dpa

26. Juli, 18.33 Uhr: "Liebe ist halal" - Gedenken an die Opfer des CSD-Angriffs

Über den Altar der Berliner Marienkirche sind Regenbogenflaggen gelegt, die Orgel spielt.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70) und mehrere Ministerinnen und Minister sind gekommen, um der Opfer des Anschlags beim Christopher Street Day zu gedenken. Aber es geht um mehr: um eine Botschaft wider den Hass.

Eine Kerze wird entzündet. Dann ist es an der Berliner Imamin Seyran Ates, daran zu erinnern, was alle in diesem christlichen Gotteshaus verbindet. Sie sagt: "Als Muslimin möchte ich an einen Vers aus dem Koran erinnern, der zu den wichtigsten ethischen Grundsätzen des Islam gehört: Wer einen Menschen tötet, so ist es, als hätte er die ganze Menschheit getötet.

Und wer einem Menschen das Leben erhält, so ist es, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten."

Ein schlimmer Anlass bringt trauernde Menschen in der Berliner Marienkirche zusammen - der Angriff am Rande des Christopher Street Day in Berlin.  © Christoph Soeder/dpa

26. Juli, 18.13 Uhr: Merz besucht Tatort im Berliner Tiergarten

Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hat den Tatort des Anschlags am Rande des Berliner CSD besucht.

Der CDU-Politiker machte sich nach einer Gedenk-Andacht auf den Weg zu der Stelle im Tiergarten und legte Blumen ab. Unter anderem mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hielt er kurz inne und gedachte der Opfer. 

Ein Autofahrer hatte am Samstagabend im Berliner Tiergarten am Rande des CSD mehr als zwei Dutzend Menschen angefahren. Eine Frau starb, 29 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Die Polizei fahndet nach einem 21-jährigen Mann, der im Verdacht steht, den Anschlag verübt zu haben.

26. Juli, 17.55 Uhr: Abdul B. wollte sich im Ausland IS anschließen

Der mutmaßliche Täter des Anschlags am Rande der Berliner CSD hat im vergangenen Jahr mehrmals versucht, sich im Ausland dem bewaffneten Kampf der Terrormiliz Islamischer Staat anzuschließen.

Das teilte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft mit. Demnach versuchte Abdul B. erfolglos, über die Türkei nach Mauretanien auszureisen. Wenig später reiste er dann über die Türkei in den Libanon, "um von dort aus nach Syrien zu gelangen und sich dem IS anzuschließen", hieß es in der Mitteilung. 

Im Libanon soll er zu mehreren Personen Kontakt aufgenommen haben, die möglicherweise Mitglieder des IS waren. "Zumindest ging Abdul B. mutmaßlich davon aus", teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Am 24. Juli 2025 sei er im Libanon festgenommen und dort in Untersuchungshaft genommen worden.

Ein Militärgericht habe ihn dort "unter anderem wegen Anstiftung zu religiösen und konfessionellen Konflikten" zu drei Monaten Haft verurteilt. Nach seiner Haftentlassung sei Abdul B. am 17. November 2025 nach Deutschland zurückgekehrt und noch am Flughafen BER erneut festgenommen worden. 

Abdul B. war dann monatelang in Untersuchungshaft in Deutschland, ehe er am 12. Mai von einem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Tiergarten "wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in einem Fall sowie der Zuwiderhandlung gegen ein vollziehbares Verbot nach dem Vereinsgesetz in zwei Fällen zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten", verurteilt wurde.

Das Gericht hob demnach einen bestehenden Haftbefehl auf, "da die Untersuchungshaft vorrangig der Sicherung des Strafverfahrens dient und keine vorweggenommene Strafe darstellt".

Die Verurteilung ist nicht rechtskräftig, da die Generalstaatsanwaltschaft Berufung eingelegt hat. "Die Generalstaatsanwaltschaft hatte eine höhere,
nicht mehr bewährungsfähige Jugendstrafe sowie die Aufrechterhaltung des Haftbefehls beantragt", teilte sie mit.

Abdul B. wollte sich laut Ermittlern dem IS anschließen und reiste dafür in mehrere Länder.  © Sebastian Gollnow/dpa

26. Juli, 17.42 Uhr: CSD-Veranstalter betont, Anschlag nicht zu instrumentalisieren

Die Veranstalter des Christopher Street Day (CSD) in Berlin haben nach dem Terroranschlag am Rande der großen Abschlussparty vor vorschnellen Urteilen und Wertungen gewarnt.

"Wir wollen nicht, dass diese Tat für politische Zwecke instrumentalisiert wird oder Menschen unter Generalverdacht gestellt werden", sagte ein Sprecher vor Journalisten in Berlin.

"Hinter solcher Gewalt steckt der Versuch, unsere Gesellschaft zu spalten und Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Das werden wir als Berliner CSD nicht zulassen."

Nötig seien jetzt Besonnenheit und Anteilnahme mit den Opfern und ihren Angehörigen, so der Sprecher. "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen, sondern warten die laufenden Ermittlungen der Polizei ab." Klar sei, dass der Berliner CSD-Verein jede Form von Gewalt ablehne.

"Ideologische, also religiöse Ideologien oder rechte Ideologien verfolgen beide das Ziel, queere Menschen zu unterdrücken." Der Berliner CSD stehe für Zusammenhalt, Respekt und Solidarität. 

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