Aus für Kult-Imbiss "Curry 36"? Aussage des Chefs ist eindeutig

Berlin - "Curry 36" ist längst zu einer Berliner Institution geworden. Die Imbisse sind Treffpunkt für Touristen und Einheimische. Auch Promis lassen sich blicken. Ans Aufhören denkt Wurst-Titan Lutz Stenschke (69) noch lange nicht.

Ein Foto aus Coronazeiten: Normalerweise stehen Menschen an dem Kreuzberger Stammhaus von "Curry 36" Schlange. (Archivbild)  © Paul Zinken/dpa

"Ich werde das hier noch so lange machen, wie es mir Spaß macht", sagte Stenschke der "Berliner Morgenpost". Im April feiert er seinen 70. Geburtstag. Seine Tochter arbeitet als Tierärztin und führt eine Praxis im Tiergarten. Ein Verkauf des Unternehmens steht für ihn außer Frage.

"Wenn Sie so ein Lebenswerk haben, bei dem Sie eine kleine Bude zu einem deutschlandweit bekannten Unternehmen aufgebaut haben, dann ertragen Sie es nicht, dass jemand Neues dort Chef wäre", machte der Gastro-Unternehmer seinen Standpunkt deutlich. "Und zweitens: Was soll sich für mich durch einen Verkauf positiv verändern? Klar: der Kontostand. Aber mir reicht, wie ich jetzt lebe."

Der Currywurst-König eröffnete vor 45 Jahren seinen Imbiss am Mehringdamm in Kreuzberg. Später kam eine zweite Filiale am Hardenbergplatz am Bahnhof Zoo in Charlottenburg hinzu.

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Nach einem dritten Ableger im Berliner Hauptbahnhof im Oktober 2018 wurde die vierte und bislang jüngste Filiale im Dezember 2021 am S-Bahnhof Warschauer Straße in Friedrichshain eröffnet. Insgesamt beschäftigen Stenschke und seine Ehefrau Vera 75 Mitarbeiter.

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"Curry 36"-Chef beklagt Zustände am Ku'damm

Das Objekt der Begierde: Eine Currywurst mit Pommes und Mayo von "Curry 36".  © Denis Zielke/TAG24

In dem Charlottenburger Stammhaus nahe des einst prächtigen Ku'damms würden sich viele Kunden über die wachsende Anzahl an Obdachlosen beschweren, da diese mitunter nach dem Essen greifen, berichtete der 69-Jährige.

Doch auch die früher so belebte Flaniermeile bereite Stenschke Sorgen. Der Boulevard ist schon lange im Wandel und auf dem absteigenden Ast.

"Es ist Wahnsinn, wie viele Geschäfte leer stehen", erzählte der gebürtige Wilmersdorfer weiter dem Blatt und fügte an: "Es gibt kaum noch Cafés. Stattdessen Filialbetriebe, die man in jedem Einkaufszentrum findet."

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