Berlin - Eine Waschmaschine auf dem Gehweg, eine Matratze an der Ecke, ein wackliges Regal vor der Haustür – gewohntes Straßenbild in Berlin. Was viele einfach auf die Straße stellen, kann richtig teuer werden. Mit dem Slogan "Einfach abstellen hat seinen Preis" startet die Stadt jetzt eine Kampagne, die an einen schwedischen Möbelkatalog erinnert – nur dass hier statt günstiger Schnäppchen fette Bußgelder präsentiert werden.
Wer eine Waschmaschine illegal entsorgt, zahlt bis zu 15.000 Euro. Sofas können bis zu 4000 Euro kosten, andere Gegenstände wie Matratzen sind mit 1500 Euro noch erschwinglich. Selbst Autoreifen schlagen mit bis zu 3500 Euro zu Buche. Zum Vergleich: Einen einzelnen Autoreifen legal bei der Berliner Stadtreinigung abzugeben, kostet gerade mal 3 Euro.
Allein im vergangenen Jahr verursachte die Beseitigung illegaler Ablagerungen der Stadt Kosten von über 13 Millionen Euro. Die neue Kampagne soll nicht nur Aufmerksamkeit erzeugen, sondern auch über erlaubte Entsorgungsmöglichkeiten informieren – etwa Recyclinghöfe, Sperrmüll-Abholservice oder die sogenannten "Kieztage".
"Unsere Kampagne richtet sich an diejenigen, die ihren Sperrmüll, ihre Elektrogeräte oder ihren Schrott im öffentlichen Raum abstellen und damit ihr Problem buchstäblich bei anderen abladen. Ein solches Verhalten ist keine Bagatelle – sondern eine Sünde an der Natur und an der Gesellschaft, die mit angemessenen Bußgeldern geahndet wird", sagt Senatorin Ute Bonde (59, CDU).
Die Botschaft ist klar: Wer Müll einfach abstellt, macht es sich zwar leicht – zahlt am Ende aber womöglich richtig drauf.