Von Andreas Heimann
Berlin - Unternehmen sollen zahlen, wenn sie nicht genügend Azubis einstellen – wer ausbildet, bekommt sogar mehr zurück, als er einzahlt. Der Streit um die Berliner Ausbildungsplatzabgabe geht auch 2026 weiter.
Ziel der Regelung ist es, die Lage auf dem Berliner Ausbildungsmarkt zu verbessern. Laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg kommen auf 100 Ausbildungsplätze derzeit 166 Bewerber, weil nur rund 15 Prozent der Betriebe überhaupt ausbilden.
Die Abgabe soll dafür sorgen, dass mehr Plätze geschaffen werden und die vielen Bewerber eine Chance bekommen.
SPD, Linke und Grüne unterstützen das Gesetz, Wirtschaftsverbände und CDU wettern dagegen. "Die Abgabe schafft keine neuen Ausbildungsplätze", sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel.
Unternehmen warnen vor Bürokratie und Kosten – gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Die Koalition sieht das anscheinend anders, denn Senatorin Cansel Kiziltepe (50, SPD) betont, dass alle profitieren, wenn die Fachkräfteversorgung gesichert ist.
Frühestens ab Anfang 2028 könnte die Abgabe greifen – falls die bis Ende 2025 festgesetzte Grenze von 2000 zusätzlichen Ausbildungsplätzen nicht erfüllt wurde.