Berliner Taxi-Boom gestoppt: Ein Jahr keine Neuzulassungen!
Von Matthias Arnold
Berlin - Der Senat warnt vor einem Überangebot an Taxis in Berlin. Viele Unternehmen kämpfen ums wirtschaftliche Überleben – deshalb sollen vorerst keine neuen Fahrzeuge mehr zugelassen werden.
"Die Nachfrage ist seit Jahren rückläufig und hat sich auch seit Einführung der Festpreisoption nicht signifikant erhöht", hieß es. "Demgegenüber ist die Anzahl der Taxen auf den Straßen jedoch stark gestiegen."
Zwischen Dezember 2024 und Ende Januar 2026 hat sich die Zahl der Fahrzeuge in der Hauptstadt demnach um 1200 auf 6600 Taxis erhöht. Für viele Betriebe sei ein wirtschaftlich tragfähiger Betrieb angesichts dieses Überangebots nicht mehr möglich.
Der Senat befürchtet deshalb, dass manche Unternehmen geltendes Recht brechen könnten, um überhaupt noch was zu verdienen, zum Nachteil der Fahrer. "Dies führt zu Wettbewerbsverzerrungen zulasten der rechtstreu wirtschaftenden Unternehmen und gefährdet die Stabilität des gesamten Gewerbes", hieß es.
Denkbar ist etwa, dass Unternehmen den Mindestlohn unterschreiten oder auf Schwarzarbeit setzen. Die Lage im Berliner Taxigewerbe ist seit Jahren angespannt. Aus Sicht der Branche liegt das vor allem an zu hohen Preisen, die bei Taxi-Diensten stark durch die jeweilige Kommune reguliert werden. Mietwagenplattformen wie Uber oder Bolt unterliegen dieser sogenannten Tarifpflicht hingegen nicht.
Im Juli 2024 führte der Senat im Berliner Taxigewerbe eine Festpreisoption ein. Fahrgäste wissen damit bei online gebuchten Taxifahrten bereits vor der Fahrt, wie teuer diese wird. Doch die Nachfrage hat diese Maßnahme den Angaben des Senats zufolge bisher nicht angekurbelt.
Titelfoto: Christophe Gateau/dpa
