Brennpunkt Kottbusser Tor: Mehr als 1300 Straftaten in nur sieben Monaten

Berlin - Am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg registriert die Polizei täglich im Schnitt mindestens eine Körperverletzung oder Raubtat, zwei bis drei Diebstähle und diverse Rauschgiftdelikte.

Berliner Polizisten haben rund um das Kottbusser Tor 60 bis 80 Einsätze pro Monat.
Berliner Polizisten haben rund um das Kottbusser Tor 60 bis 80 Einsätze pro Monat.  © Philipp Znidar/dpa

Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der Grünen zu der Kriminalität im vergangenen Jahr am "Kotti" hervor.

Von Mai bis Dezember 2021 stellte die Polizei monatlich rund um das Kottbusser Tor zwischen etwa 30 und knapp 50 Gewalttaten fest, vor allem Körperverletzungen, Bedrohungen und Raubüberfälle.

Im gleichen Zeitraum wurden monatlich zwischen 40 und knapp 100 Diebstähle gemeldet, meist Taschendiebstahl und sonstige einfache Diebstähle.

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Dazu kamen jeden Monat etwa 40 bis 90 Delikte aus dem Bereich Drogen, meist unerlaubter Besitz oder Handel mit Cannabis und anderen Rauschgiften.

Für diese drei Kriminalitätsbereiche ergeben sich so in den sieben Monaten insgesamt 1322 erfasste Straftaten.

Polizei darf am Kottbusser Tor ohne besonderen Anlass Menschen kontrollieren

Der "Kotti" gilt als sogenannter kriminalitätsbelasteter Ort, sodass Polizisten dort ohne besonderen Anlass Menschen kontrollieren dürfen.
Der "Kotti" gilt als sogenannter kriminalitätsbelasteter Ort, sodass Polizisten dort ohne besonderen Anlass Menschen kontrollieren dürfen.  © Christoph Soeder/dpa

Die Polizei kam pro Monat auf 60 bis 80 Einsätze in der Gegend. Summiert ergaben sich dabei zwischen 3000 und 4000 Arbeitsstunden von Polizisten.

Das Kottbusser Tor ist bekannt für Straßenkriminalität und ist bei der Polizei als sogenannter kriminalitätsbelasteter Ort eingestuft.

Das bedeutet, dass sie dort etwa ohne besonderen Anlass Menschen kontrollieren darf. Die Polizei würde dort gerne vor allem Videoüberwachung einsetzen.

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Die neue Innensenatorin Iris Spranger (60, SPD) hatte kürzlich betont, es solle dort schnell eine feste Polizeiwache geben, die von der Videoüberwachung nur ergänzt werde.

Titelfoto: Philipp Znidar/dpa

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