BVG-Frust zum Wochenbeginn: Nur die Tram fährt - ohne Fahrgäste

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Von Matthias Arnold, Marc-Oliver von Riegen

Berlin - Wegen eines Warnstreiks bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) müssen die Menschen in der Hauptstadt den ganzen Tag auf U-Bahn, Tram und die meisten Busse verzichten.

Damit die Oberleitungen wieder nicht gefrieren, ist die Tram ohne Fahrgäste im Einsatz.
Damit die Oberleitungen wieder nicht gefrieren, ist die Tram ohne Fahrgäste im Einsatz.  © Christoph Gollnow/dpa

Der Ausstand traf am Morgen zunächst Berufspendler, die bei eisigen Temperaturen und weiter glatten Gehwegen trotzdem irgendwie zur Arbeit kommen mussten. Der Warnstreik im Zuge eines bundesweiten Aktionstags von Verdi soll bis Betriebsschluss in der Nacht zum Dienstag andauern.

In Brandenburg werden mehr als ein Dutzend kommunale Verkehrsunternehmen bestreikt. Die S-Bahn, die von der Deutschen Bahn betrieben wird, fährt dagegen planmäßig und hat angekündigt, ihr Angebot wegen des Ausstands bei der BVG leicht auszubauen. So verkehrt sie zwischen den Bahnhöfen Zehlendorf und Potsdamer Platz tagsüber durchgängig im Fünf-Minuten-Takt.

Mit dem Arbeitskampf will die Gewerkschaft Verdi in der laufenden Tarifrunde mit der BVG ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Verhandelt wird in Berlin um bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten.

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Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt verteidigte den Warnstreik. "Unsere Priorität ist, am Verhandlungstisch voranzukommen", sagte er am Morgen der Deutschen Presse-Agentur. Aber bei den Tarifverhandlungen habe sich der Arbeitgeber bisher geweigert, sich mit den seit zwei Monaten vorliegenden Forderungen der Gewerkschaft wirklich auseinanderzusetzen. "Da bleibt uns keine andere Wahl."

Pendler müssen auf die S-Bahn umsteigen.
Pendler müssen auf die S-Bahn umsteigen.  © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Geister-Trams in Berlin unterwegs: BVG spricht von "unverhältnismäßiger Eskalation"

Nur wenige Busse fahren trotz Streik.
Nur wenige Busse fahren trotz Streik.  © Caroline Bock/dpa

Die BVG kritisierte den ganztägigen Warnstreik als "unverhältnismäßige Eskalation". "Die Arbeitgeberseite ruft die Gewerkschaft Verdi auf, gemeinsam am Verhandlungstisch nach realistischen Lösungen zu suchen, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden nachhaltig weiter zu verbessern."

Für viele Berlinerinnen und Berliner bedeutet der Warnstreik bei rund minus acht Grad eine große Belastung - zumal er nicht als Ausrede dienen kann, einfach der Arbeit fernzubleiben. "Ich hatte ein bisschen Schwierigkeiten, heute zur Arbeit zu kommen", sagte eine Frau am frühen Morgen am Alexanderplatz.

"Ich musste eine Stunde früher los, bin um 4 Uhr aufgestanden. Ich musste erst laufen, dann S-Bahn, dann eine andere S-Bahn", schilderte sie. "Und jetzt muss ich noch mal 20 Minuten laufen." Sie ärgere sich ein bisschen, vor allem weil der Boden so glatt sei. Eine andere Frau sagte: "Es ist ok. Ich bin mit der S-Bahn gekommen. Das mache ich normalerweise nicht, aber ging nicht anders."

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Ein etwa seltsames Bild boten Straßenbahnen, die ohne Fahrgäste unterwegs sind. So soll verhindert werden, dass Oberleitungen aufgrund der Kälte erneut einfrieren. In der vergangenen Woche war es aus diesem Grund tagelang zu erheblichen Einschränkungen gekommen. Deshalb hatten Verdi und BVG einen entsprechenden Kompromiss geschlossen.

Erstmeldung um 5 Uhr, aktualisiert um 13.21 Uhr

Titelfoto: Christoph Gollnow/dpa

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