Erst Glätte-Chaos, jetzt BVG-Streik: Für Berliner kommt es knüppeldick
Von Matthias Arnold
Berlin - Für Fahrgäste bleibt die Lage im Berliner Nahverkehr auch in den kommenden Tagen äußerst schwierig. Zwar läuft inzwischen ein Großteil des Straßenbahnnetzes wieder, nachdem die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) aufgrund von Eisregen den Tramverkehr am Montag vollständig eingestellt hatten.
Doch übers Wochenende soll es erneut kalt werden - und nun hat die Gewerkschaft Verdi für Montag auch noch einen ganztägigen Warnstreik im gesamten Berliner Nahverkehr (ÖPNV) angekündigt.
Wer zuletzt aufgrund der Glätte in Berlin auf Bus und Bahn ausgewichen ist, dürfte am Montag auch dort das Nachsehen haben. Der Tram-, Bus- und U-Bahnverkehr soll ganztägig bestreikt werden, teilte die Gewerkschaft mit.
Auch in den anderen Bundesländern hat Verdi zu Warnstreiks bei den Verkehrsunternehmen aufgerufen. Hintergrund sind die derzeit bundesweit parallel laufenden Tarifrunden im öffentlichen Nahverkehr. In Berlin soll lediglich die S-Bahn nicht betroffen sein. Sie wird von der Deutschen Bahn betrieben.
Die BVG reagierte mit Unverständnis auf den Warnstreik und kritisierte eine "unverhältnismäßige Eskalation". "Angesichts der aktuellen Extremwetterlage und der weiterhin bestehenden Herausforderungen, insbesondere im Straßenbahnbetrieb, gefährdet die stundenlange Arbeitsniederlegung den Tramverkehr in Berlin erneut", teilte das Unternehmen mit.
BVG behält sich rechtliche Schritte vor
"Die BVG appelliert an die Gewerkschaft, den Streikaufruf für Berlin in der aktuellen Ausnahmesituation zurückzunehmen und Lösungen am Verhandlungstisch zu finden." Gleichzeitig behält sich das Unternehmen rechtliche Schritte gegen den Arbeitskampf vor.
Die Gewerkschaft wirft der Arbeitgeberseite in den laufenden Verhandlungen eine Blockadehaltung vor.
"Der BVG-Vorstand verweigert jede ernsthafte Auseinandersetzung mit der Realität der Beschäftigten", teilte Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt mit. "Dabei sind gute Arbeitsbedingungen, unter denen die Kolleg*innen ihren Beruf auch langfristig ausüben können, zentral, um Beschäftigte im Unternehmen zu halten."
Auch in anderen Bundesländern soll es zu Arbeitskämpfen kommen.
Verdi fordert unter anderem mehr Urlaubstage für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden sowie mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage.
Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

