Kein Streik mehr: Durchbruch bei BVG-Tarifstreit

Von Fabian Nitschmann

Berlin - Aufatmen in Berlin! Der Tarifstreit bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) ist beigelegt, weitere Warnstreiks im Nahverkehr der Hauptstadt sind damit für dieses Jahr vom Tisch.

Zweimal rief Verdi schon zum Warnstreik auf.
Zweimal rief Verdi schon zum Warnstreik auf.  © Soeren Stache/dpa

Die Gewerkschaft Verdi und die BVG einigten sich am Donnerstagabend in der sechsten Verhandlungsrunde auf einen Tarifabschluss, wie beide Seiten mitteilten. 

Mit dem Abschluss kommen auf Fahrgäste zumindest in diesem Jahr keine weiteren Ausstände zu. Die Gewerkschaft hatte im Rahmen der Tarifverhandlungen in Berlin und Brandenburg zweimal zu Warnstreiks im Nahverkehr aufgerufen. 

Die nächste Tarifrunde steht erst ab Januar 2027 an. Dabei geht es dann um mehr Geld. In der nun beigelegten Tarifauseinandersetzung ging es hingegen um die Arbeitsbedingungen, die im Manteltarifvertrag festgelegt sind.

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Die Einigung umfasst zentrale Forderungen von Verdi, etwa die Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen den Schichten. 

Worauf sich BVG und Verdi einigen konnten

Die Tram fährt mindestens dieses Jahr regelmäßig.
Die Tram fährt mindestens dieses Jahr regelmäßig.  © Sebastian Gollnow/dpa

"Die anfänglichen Startschwierigkeiten in dieser Tarifrunde konnten dank der Streiks in den vergangenen Wochen überwunden werden", teilte Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt mit. "Mit der Einigung liegt nun ein Paket auf dem Tisch, das sich sehen lassen kann."

Die BVG hob vor allem die lange Laufzeit von zwei Jahren als positiv heraus. "Wir haben hart um sinnhafte Verbesserungen und deutliche Entlastungen gerungen", teilte BVG-Personalvorständin Jenny Zeller-Grothe mit.

"Am Ende steht ein starkes Gesamtpaket, das unsere Mitarbeitenden durch mehr Urlaub entlastet, noch bessere Arbeitsbedingungen schafft und viel Wahlfreiheit gibt."

Darauf einigten sich BVG und Verdi

  • Einmalzahlung von 150 Euro für das laufende Jahr.

  • Von 2027 bis 2029 ist jährlich ein zusätzlicher Urlaubstag möglich oder bis zu 1,35 Prozent mehr Gehalt.

  • Erhöhung des Urlaubsgeldes um 100 auf dann 600 Euro ab 2027.

  • Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen den Schichten.

  • Eine Wendezeit von sechs Minuten auch in der Nacht, sofern die Infrastruktur es zulässt.

  • Eine Kommission soll weitere Verbesserungen bei Wendezeiten diskutieren.

  • Die Laufzeit beträgt 48 Monate. Einzelne Elemente des Tarifvertrags können jedoch laut Verdi bereits zu Ende 2026 gekündigt werden, dies betreffe insbesondere die Themen Arbeitszeit, Entgelt, Zulagen und geteilte Dienste.

  • Beschäftigte können die Regelarbeitszeit pro Woche auf 39 Stunden erhöhen mit entsprechender Entgeltsteigerung.

Erstmeldung vom 27. März 2026, um 11.33 Uhr; zuletzt aktualisiert um 12.42 Uhr.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa

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