Berliner Terror-Parzelle soll wieder verpachtet werden
Von Anja Sokolow, Stefan Kruse
Berlin - Die Spandauer Kleingartenparzelle, in der sich der Berliner terrorverdächtige Abdul B. versteckte, soll verpachtet werden.
"Da muss jetzt eine Wertermittlung stattfinden und dann kommt die wieder zur Verpachtung", sagte Peter Ladzik, Vorstandsvorsitzender des Bezirksverbands Spandau der Kleingärtner.
Die letzte Pächterin war laut Bezirksamt Anfang des Jahres gestorben. Ladzik sagte, dass sich die Parzelle danach in der Obhut der Tochter befand. Nach der Wertermittlung werde der Garten - wie üblich - wieder zur Verpachtung ausgeschrieben.
Er gehe nicht davon aus, dass sich die Vorgeschichte negativ auf die Suche nach Interessenten auswirken werde. "Die Parzelle ist nur eine von 3700", so der Chef des Bezirksverbands. Die Wartezeit für einen Kleingarten liege im Verband momentan bei etwa fünf Jahren.
Der Verdächtige Abdul B. war nach dem Anschlag auf den CSD bei einem Polizeieinsatz in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau getötet worden. Klar sei, dass das Grundstück nicht an den Vater des Verdächtigen oder andere Familienmitglieder verpachtet gewesen sei, hieß es danach vom Bezirksamt.
Spezialeinsatzkräfte der Polizei hatten bei ihrem Zugriff auf Abdul B. geschossen. Er sei mit einer Stichwaffe auf Einsatzkräfte zugelaufen, so die Behörde.
Der 21-jährige mutmaßliche Islamist soll am Rande des Christopher Street Day (CSD) am 25. Juli mit einem Auto sowie anschließend mit einer Stichwaffe eine Frau getötet und mindestens 31 Menschen verletzt haben.
Titelfoto: Michael Kappeler/dpa
