Ex-FDP-Abgeordneter soll Jungen (7) missbraucht haben

Berlin/Braunschweig - Es ist ein Fall, der erschüttert: Dem ehemaligen Berliner FDP-Bundestagsabgeordneten Hartmut Ebbing (69) wird vorgeworfen, einen siebenjährigen Jungen sexuell missbraucht zu haben.

Hartmut Ebbing (69) war von 2017 bis 2021 für die FDP im Deutschen Bundestag.  © IMAGO / Christian Spicker

Das bestätigte die ermittelnde Staatsanwaltschaft Braunschweig auf TAG24-Anfrage.

Demnach lernte Ebbing 2021 über ein Dating-Portal eine damals 47-jährige Lehrerin aus Goslar kennen. Die beiden begannen eine Beziehung, trafen sich regelmäßig.

Im September 2021 soll die Frau sexuelle Handlungen an ihrem damals siebenjährigen Sohn vorgenommen und Aufnahmen davon an den Politiker geschickt haben - "weil sie wusste, dass dieser sich darüber freuen werde", wie Oberstaatsanwalt Christian Wolters gegenüber TAG24 erklärte.

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Bald darauf, so der Sprecher weiter, habe Ebbing das Kind selbst in der Goslarer Wohnung missbraucht. Im September und Oktober soll die Lehrerin dem Angeschuldigten noch zwei weitere Male Nacktbilder von dem Siebenjährigen geschickt haben - in einem Fall zusammen mit dessen neun Jahre altem Bruder.

Ausgangspunkt zu dem Verfahren waren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin gegen Ebbing wegen des Verdachts des Besitzes kinderpornografischer Dateien.

Bei der Auswertung seiner Chatverläufe und Datenträger stießen die Ermittler schließlich auf die Hinweise, die zum jetzigen Verfahren führten.

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Ex-FDP-Politiker Ebbing: Bereits wegen Kinderpornografie verurteilt

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig führt die Ermittlungen gegen Ebbing.  © Moritz Frankenberg/dpa

Im Februar 2025 wurde der Ex-Abgeordnete vom Amtsgericht Tiergarten bereits zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt - wegen Besitzes und Verbreitung einschlägigen Materials. Die neuen Vorwürfe gehen jedoch weit darüber hinaus.

Auf TAG24-Anfrage betonte die FDP, Ebbing sei nicht mehr Mitglied der Partei. "Nach Bekanntwerden der Berichterstattung wurde er zum Austritt aufgefordert, dem ist er nachgekommen", erklärte FDP-Sprecher Moritz Cvoro.

Von den aktuellen Vorwürfen habe man zuvor nichts gewusst. "Kindesmissbrauch ist ein grausames und schlimmes Verbrechen, das wir auf das Schärfste verurteilen", so Cvoro.

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Ebbing, geboren 1956 in West-Berlin, machte Karriere als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. 1995 trat er in die FDP ein, 2017 zog er über die Berliner Landesliste in den Bundestag ein. Dort galt er als engagierter Kulturpolitiker, der sich in zahlreichen Stiftungen und Gremien, etwa beim Deutschen Historischen Museum, engagierte.

Hartmut Ebbing ließ bislang alle Medienanfragen zu dem Fall unbeantwortet.

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