Jugendliche treffen gezielt mutmaßliche Pädophile und rauben sie aus: Razzia in Berlin
Berlin - Nach mehreren Angriffen auf mutmaßlich pädophile Männer ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft gegen sechs Jugendliche und junge Heranwachsende.
Laut Staatsanwaltschaft und Polizei durchsuchten rund 50 Einsatzkräfte des Landeskriminalamtes am Mittwochmorgen Wohnungen in Neu-Hohenschönhausen, Alt-Hohenschönhausen, Köpenick und Lichtenrade.
Nach Angaben der Ermittler sollen sich die Tatverdächtigen im Alter von 16 bis 18 Jahren in Chatgruppen verabredet haben, um angeblich gegen Personen vorzugehen, die sie für Pädophile hielten.
Mit Fakeprofilen sollen sie sich dort als Minderjährige ausgegeben und so gezielt Kontakt zu potenziellen Opfern aufgenommen haben. Unter einem Vorwand kam es den Ermittlungen zufolge zu mehreren Treffen im Freien, bei denen die Betroffenen offenbar angegriffen und teils auch beraubt wurden.
Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten unter anderem einen Schlagring, ein Messer und ein Elektroimpulsgerät sicher. Außerdem wurden Handys, digitale Speichermedien und Tatkleidung beschlagnahmt.
Die sechs Verdächtigen wurden für erkennungsdienstliche Maßnahmen in Polizeigewahrsam genommen und anschließend wieder entlassen. Die Ermittlungen dauern an.
Titelfoto: Lilli Förter/dpa
