Mann will Auto kaufen, dann tauchen plötzlich angebliche Polizisten auf

Berlin - Auf einem Supermarkt-Parkplatz in Berlin-Reinickendorf wollte ein Mann (29) sich am Freitagabend mit einem angeblichen Autoverkäufer (29) treffen. Doch dann tauchten plötzlich falsche Polizisten auf.

Ein 29-Jähriger ist am Freitag in Reinickendorf Opfer einer besonders dreisten Betrugsmasche geworden. (Symbolbild)
Ein 29-Jähriger ist am Freitag in Reinickendorf Opfer einer besonders dreisten Betrugsmasche geworden. (Symbolbild)  © Marijan Murat/dpa

Wie die Polizei mitteilte, sollte die Übergabe des vereinbarten fünfstelligen Betrages für den neuen Wagen gegen 20.40 Uhr an der Emmentaler Straße erfolgen.

Dazu setzte sich der Verkäufer zum 29-Jährigen und dessen zwei Bekannten ins Auto, um das Geld zu zählen. Plötzlich klopften zwei Männer, die sich als Zivilpolizisten ausgaben und die Insassen aufforderten, auszusteigen und das Geld liegenzulassen.

Unter dem Vorwand einer "Beschlagnahme" nahmen die Betrüger nicht nur das Bargeld aus dem Auto, sondern auch einen zusätzlichen vierstelligen Betrag, den sie bei den Insassen gefunden hatten.

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Als der Käufer daraufhin seinen Anwalt anrief, flohen die Täter in ihrem Wagen – dabei überfuhren sie den Fuß eines Bekannten (38) des Käufers, der Schmerzen erlitt, auf eine ärztliche Behandlung später aber verzichtete. Die Opfer fuhren dem Fluchtwagen hinterher, bis die Räuber im Armbrustweg wegen einer Sackgasse stoppen mussten.

Einer der Männer zog laut Polizei eine Schusswaffe und bedrohte den 29-Jährigen, bevor er zu Fuß flüchtete. Doch der Betrogene ließ sich nicht beirren und verfolgte den Tatverdächtigen weiter, wobei er die herbeigerufene Polizei zu ihm lotste. Einsatzkräfte nahmen schließlich einen 42-Jährigen nahe der Emmentaler Straße fest.

Polizei sucht weiter nach Komplizen

Bei ihm fanden sie eine Schutzweste, Funkgerät, Softair-Pistole, Handfesseln und Fahrzeugschlüssel. Das Fluchtfahrzeug – inklusive eines niedrigen dreistelligen Bargeldbetrages und Handy – wurde beschlagnahmt. Die Polizei sucht nun nach einem weiteren, flüchtigen Komplizen und dem angeblichen Verkäufer.

Gegen den Festgenommenen wird wegen schweren räuberischen Diebstahls mit Waffen, Amtsanmaßung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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