Mit Fahnenstangen und Flaschen: Vermummte Eisbären-Fans stürmen Bus von Kölnern
Von Andreas Rabenstein, David Langenbein, Denis Zielke
Berlin - Eishockeyfans der Eisbären Berlin haben einen Bus mit Anhängern der Kölner Haie überfallen und angegriffen.
Der deutsche Meister Eisbären distanzierte sich deutlich von der Attacke. "Wir entschuldigen uns zutiefst bei den Kölner Haien und ihren Fans, sowie bei allen Insass*innen des überfallenen Fanbusses", sagte Eisbären-Geschäftsführer Thomas Bothstede auch im Namen der übrigen Fangruppierungen. "Wir lehnen Gewalt in jeglicher Form ab und verurteilen den Angriff aufs Schärfste."
Der Reisebus mit den Fans der Rheinländer fuhr nach dem Halbfinal-Spiel bei den Eisbären am Sonntagnachmittag nahe der Uber Arena in Berlin-Friedrichshain, als gegen 17.30 Uhr 20 bis 30 vermummte Angreifer auf die Mühlenstraße stürmten und mit Fahnenstangen, Fäusten und Glasflaschen auf den Bus einschlugen, wie die Polizei mitteilte.
Einige Täter aus der Menge der Berliner Fans öffneten demnach die unteren Gepäckfächer des Kölner Busses und stahlen Fanartikel wie Trommeln und Fahnen. Andere Angreifer drangen in den Bus ein und verletzten einen Fahrgast durch einen Flaschenwurf.
Zivilpolizisten griffen ein, die vermummten Angreifer verschwanden in einer weiteren Berliner Fangruppe und wechselten die Kleidung. Die Polizei überprüfte insgesamt 92 Fans.
Schließlich wurden die aus dem Bus gestohlenen Gegenstände an die Polizei übergeben. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts des besonders schweren Landfriedensbruchs.
Eisbären Berlin: "In Aufarbeitung null Toleranz walten lassen"
Die Eisbären dankten der Polizei für den schnellen Einsatz und sicherten Unterstützung bei der Aufarbeitung zu. Sollten die Täter identifiziert werden, werde es auch klub-interne Konsequenzen geben.
"Eishockey ist und bleibt ein Sport für die ganze Familie und solche Taten haben dort nichts, aber auch gar nichts, zu suchen", sagte Bothstede.
"Ich bitte darum, nicht alle Eisbären-Fans über einen Kamm zu scheren. Wir werden in der Aufarbeitung null Toleranz walten lassen." Bei den kommenden Spielen werde es ein deutlich erhöhtes Polizeiaufgebot geben.
Titelfoto: Andreas Gora/dpa
