Polizisten in Hinterhalt gelockt oder doch Polizeigewalt? Politiker verletzt

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Von Mia Bucher, Marion van der Kraats, Marc-Oliver von Riegen

Berlin - Nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung in Berlin-Friedrichshain zwischen Passanten und Polizisten prüft die Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt.

Der frühere Bremer Linke-Staatsrat und Brandenburger Vize-Regierungssprecher Martin Bialluch (57) soll bei dem Vorfall verletzt worden sein.
Der frühere Bremer Linke-Staatsrat und Brandenburger Vize-Regierungssprecher Martin Bialluch (57) soll bei dem Vorfall verletzt worden sein.  © Sarah Knorr/dpa

"Aktuell liegen noch nicht alle für eine abschließende Bewertung des Geschehens benötigten Beweismittel vor", teilte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. Am Sonntag hieß es: "Die Ermittlungen dauern an."

Der Vorfall soll am Montag im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses beleuchtet werden. Die Linksfraktion hat ihn als besonderes Vorkommnis angemeldet, wie Sprecher Thomas Barthel mitteilte.

Konkret geht es um einen Vorfall, der sich in der Nacht zum 7. Juni in der Kreutzigerstraße ereignet haben soll. Ein 57-Jähriger erhebt den Vorwurf, von einem Polizisten geschlagen und getreten worden zu sein. Er habe "ein Knie im Nacken" gehabt, sagte er der "taz", die zuvor berichtete.

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Seinen Schilderungen zufolge hätten er und seine Begleiter von der Polizei wissen wollen, warum sie den Weg zur Frankfurter Allee versperrten. Kurz danach sei die Situation eskaliert.

Der frühere Bremer Linke-Staatsrat und Brandenburger Vize-Regierungssprecher Martin Bialluch (57) erlitt nach eigenen Angaben Wunden an Stirn und Augenbraue sowie eine Rippenprellung. "Irgendwann (...) schubste mich der eine Polizeibeamte da weg, keine Ahnung, warum", sagte Bialluch in der rbb-"Abendschau" vom Freitag.

"Irgendwann sprang der auf mich los, schlug auf mich ein und es kamen immer mehr Beamte dazu. Ich war da in so einer Art Traube, bis ich dann irgendwann auf den Boden geklatscht wurde und dann weiter geschlagen und getreten."

Dieses YouTube-Video soll den Vorfall in Berlin-Friedrichshain zeigen

Polizei schildert Vorfall anders

Nach Angaben der Polizei ist die Aggression von dem 57-Jährigen und seinen Begleitern ausgegangen. (Symbolfoto)
Nach Angaben der Polizei ist die Aggression von dem 57-Jährigen und seinen Begleitern ausgegangen. (Symbolfoto)  © Carsten Koall/dpa

Die Polizei spricht von fünf verletzten Einsatzkräften. Ihr sind die Vorwürfe bekannt. Sie schildert den Verlauf allerdings anders. Demnach soll der 57-Jährige einen Polizeibeamten bei der Festnahme einer anderen Person beleidigt haben.

Als der Polizist auf ihn zugegangen sei, soll er dem Beamten ins Gesicht geschlagen und nach ihm getreten haben. Der 57-Jährige wurde daraufhin vorläufig festgenommen. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Beleidigung, des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Nach Behördenangaben waren die Bodycams der Polizei eingeschaltet. Die Aufzeichnungen seien gesichtet worden, sagte der Sprecher. Zusätzlich soll es weitere Videoaufnahmen von dem Vorfall geben, die der Polizei aber noch nicht vorlägen, wie es am Donnerstag hieß.

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Nach einem rbb-Bericht sollen verschiedene Videoausschnitte seit Freitagabend im Netz kursieren. Auf YouTube ist eine fast 16-minütige Aufnahme zu sehen, die das Geschehen aus der Nacht zum 7. Juni in der Kreutzigerstraße zeigen soll.

Titelfoto: Carsten Koall/dpa

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