Von Andreas Heimann
Berlin - Ein Mann und eine Frau sollen zwei andere Personen in Berlin-Prenzlauer Berg antisemitisch beleidigt haben.
Wegen des Verdachts der Volksverhetzung und Beleidigung hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen, wie ein Sprecher auf dpa-Anfrage sagte. Das Verfahren bearbeitet der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt, der üblicherweise bei politisch motivierten Straftaten zuständig ist. Zuvor hatten mehrere Medien über den Vorfall berichtet.
Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei ereignete er sich am Samstag gegen 15.30 Uhr auf dem Gehweg der Fehrbelliner Straße. Eine Frau meldete sich kurz danach bei der Wache der Polizei in der Nähe.
Sie gab an, sie sei auf der Straße aus einem Auto gestiegen. Dort habe sie bemerkt, wie zwei Unbekannte zwei anderen Personen unter anderem "Fuck Zionism" (Scheiß Zionismus), "Fuck Jews" und "Viva Hamas" (Es lebe die Hamas) zugerufen hätten.
Die Zeugin gab bei der Polizei an, den Vorgang mit ihrem Handy gefilmt zu haben und die Aufnahmen zur Verfügung zu stellen.
Der "Jüdischen Allgemeinen", die das Video veröffentlicht hat, sagte die Frau, sie selbst sei nicht jüdisch, lebe aber in Israel und sei zu Besuch in Berlin gewesen. Sie habe nicht erkennen können, ob das Paar mit einem Kinderwagen, dem die Beleidigungen zugerufen wurden, jüdisch gewesen sei. Es habe sich schnell entfernt.
Täter soll ehemaliger Rechtsextremist sein
Zu den beiden Tatverdächtigen sagte sie: "Es entstand bei mir der Eindruck, als würden sie gezielt Menschen einschüchtern und als sei ein solches Verhalten für sie nicht neu." Der Mann habe versucht, ihr das Handy aus der Hand zu nehmen und sie geschubst.
Wer die Personen sind, die beleidigt wurden, ist der Polizei zufolge bisher nicht bekannt. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich den Angaben zufolge um eine etwa 20 bis 30 Jahre alte Frau und einen 25 bis 35 Jahre alten Mann. Weitere Angaben zu deren Identität machte die Polizei mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.
Nach Informationen des "Tagesspiegel" soll es sich bei dem Mann um einen Akteur des radikalen Flügels der propalästinensischen Szene in Berlin handeln. Er sei in früheren Jahren allerdings in rechtsextremen Kreisen unterwegs gewesen.