CSD-Amokfahrer in Gartensparte erschossen: Vereinschef entdeckte zweiten Mann in Berliner Parzelle

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Berlin - Tödlicher Anschlag beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin! Am Samstagabend ist ein Mann mit einem Transporter in eine Menschenmenge gefahren und hat dabei eine junge Frau getötet sowie mehrere Menschen verletzt. Am Sonntag wurde der mutmaßliche Täter bei einem Polizeieinsatz erschossen.

Mit diesem Wagen war der Täter in die Menschenmenge gerast.
Mit diesem Wagen war der Täter in die Menschenmenge gerast.  © Sebastian Gollnow/dpa

Der CSD war nach der Schocktat am Samstagabend abgebrochen worden.

Die Polizei identifizierte rasch Abdul B. als Tatverdächtigen und fahndete öffentlich nach dem 21-Jährigen, der dem islamistischen Spektrum zugeordnet wird.

Am Sonntagabend erfolgte der Zugriff in einer Berliner Gartenparzelle. Dort sollen Schüsse gefallen sein, wodurch der Verdächtige sein Leben verlor.

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TAG24 hält Euch in einem Ticker über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

27. Juli, 7.20 Uhr: Vereinschef entdeckte zweiten Mann in Berliner Parzelle

Der Vorsitzende des Kleingartenvereins Burgwallschanze in Berlin-Spandau hat am Sonntag offenbar einen weiteren Mann in der Parzelle gesehen, in der der mutmaßliche Terrorist Abdul B. bei einem Polizeieinsatz getötet wurde.

Wie der Vereinschef gegenüber "T-Online" berichtete, habe sich dort ein etwa 40 Jahre alter Mann mit Kopfhörern aufgehalten. Er habe versucht, ihn anzusprechen – der Mann habe jedoch nicht reagiert.

Daraufhin habe der Vereinschef von ihm abgelassen. Interessant: Anders als zunächst berichtet, soll die Parzelle nicht dem Vater von Abdul B. gehören, sondern einer Pächterin. Er habe die Pächterin des Gartens umgehend informiert.

27. Juli, 6.46 Uhr: Warum war der Tatverdächtige Abdul B. auf freiem Fuß?

Der nach dem CSD-Anschlag bei einem Polizeieinsatz getötete Tatverdächtige war für die Behörden kein Unbekannter. Er war bereits verurteilt worden – und trotzdem auf freiem Fuß. Nun stellt sich die Frage: Warum konnte der Mann trotz seiner Vorgeschichte noch frei herumlaufen?

"Wir wissen ja, dass er eine Vielzahl von Straftaten begangen hat, dass er mit dem Terror sympathisiert hat, dass es auch eine Verurteilung gab, die auf Bewährung ausgesetzt wurde, und die Staatsanwaltschaft dagegen Beschwerde erhoben hat", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) über den mutmaßlichen Täter in der ARD.

"Und in der Tat wird zurzeit sehr die Frage danach gestellt, wie kann eigentlich bei jemandem, den man als Gefährder identifiziert, eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Auch dem wird detailliert nachgegangen", betonte der CSU-Politiker. Dem Sender RTL sagte Dobrindt, "dass man in diesem Maße der Gefährdung, die hier auch vorlag, zu einer Bewährungsstrafe kommt, ist sicherlich nicht nachvollziehbar".

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53) äußerte sich verwundert über den früheren Umgang der Berliner Justiz mit Abdul B. "Er wurde verurteilt (...) nach Jugendstrafrecht", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im RBB. "Und dann wurde leider durch das Gericht eine Bewährungsstrafe ausgegeben. Und ich will das nicht bewerten, das ist die Unabhängigkeit der Justiz, aber mir fehlen da schon die Worte."

Die Polizei stellte Abdul B. (†21) am Sonntag in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau.
Die Polizei stellte Abdul B. (†21) am Sonntag in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau.  © © Michael Kappeler/dpa

26. Juli, 22.33 Uhr: Innenminister Dobrindt sieht keine weitere Gefährdung

Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin geht Innenminister Alexander Dobrindt (56, CDU) von keiner weiteren unmittelbaren Gefahr aus.

"Es gibt weitere Maßnahmen, aber wir gehen jetzt aktuell von keiner weiteren Gefährdung aus. Aber das ist alles immer eher eine Momentaufnahme", so der CDU-Politiker im "ARD-Brennpunkt" am Sonntag. Der Verdacht gegen eine weitere Person habe sich nicht erhärtet. Diese Anschläge würden eher von Einzeltätern vollzogen.

"Dass man nicht nachvollziehen kann, dass jemand mit so einem Strafregister wie dem hier vorliegenden, mit so einem Maß an Radikalisierung, wie man das hier auch erkennen kann, dass der dann vor Gericht eine Strafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung bekommt", kündigte er eine Aufarbeitung des Falls an.

Alexander Dobrindt (56, CDU), Innenminister von Deutschland betont, dass solcherlei Anschläge eher von Einzeltätern begangen werden.
Alexander Dobrindt (56, CDU), Innenminister von Deutschland betont, dass solcherlei Anschläge eher von Einzeltätern begangen werden.  © Sebastian Gollnow/dpa

26. Juli, 22.16 Uhr: Brandenburger Tor leuchtet in Regenbogenfarben nach Angriff

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist das Brandenburger Tor in den Regenbogenfarben angeleuchtet worden.

Die Farben gelten als Symbol der queeren Szene und stehen für Vielfalt und Toleranz. Sie sind seit Sonnenuntergang an das Wahrzeichen in Berlins Mitte projiziert.

Nach dem Terroranschlag am Rande des CSD setzt Berlin ein Zeichen: Das Brandenburger Tor erstrahlt in den Regenbogenfarben - als Symbol für Vielfalt und Toleranz.
Nach dem Terroranschlag am Rande des CSD setzt Berlin ein Zeichen: Das Brandenburger Tor erstrahlt in den Regenbogenfarben - als Symbol für Vielfalt und Toleranz.  © Christoph Soeder/dpa

26. Juli, 22.07 Uhr: Merz betont, Gewalt beginnt mit Intoleranz und Ausgrenzung

Rund 24 Stunden nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag in Berlin hat Bundeskanzler Friedrich Merz (70) die Menschen dazu aufgefordert, sich nicht einschüchtern zu lassen.

Noch in der Nacht habe er überlegt, ob er der Einladung nach Paderborn zum traditionellen Libori-Mahl folgen solle. Er habe sich aber schnell entschlossen, seine Zusage einzuhalten. 

"Gewalt beginnt nicht erst mit einem Anschlag. Gewalt beginnt mit Intoleranz, mit Ausgrenzung, mit Diskriminierung, dummen Redensarten und schlechten Witzen", sagte Merz vor der Libori-Gilde im Historischen Rathaus.

26. Juli, 21.52 Uhr: Extremismus-Berater zu Abdul B. - "freundlicher Eindruck"

Der Extremismus-Berater Thomas Mücke vom Violence Prevention Network (VPN) hat in einem Interview seinen Eindruck über den mutmaßlichen Täter des CSD-Anschlags, Abdul B., geteilt.

Die Sozialarbeiter hätten "einen sehr gefassten, einen sehr vorsichtigen, einen sehr kontrollierten, einen sehr freundlichen Eindruck" von Abdul B. gehabt, sagte Mücke, der VPN-Geschäftsführer ist, im ARD-"Brennpunkt".

"Und das sind genau die Kriterien, wo wir halt merken, da kommen wir nicht wirklich an die Person heran."

26. Juli, 21.27 Uhr: Nach Flucht des Amokfahrers - Polizei erhielt Hinweise aus dem Umfeld des Täters

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen führten Hinweise aus dem persönlichen Umfeld des mutmaßlichen Täters Abdul B. die Ermittler zu einer Gartenlaube in Berlin-Spandau.

Dort spürten Spezialkräfte der Polizei den Mann auf. Wie FOCUS berichtet, wurde der Tatverdächtige demnach nicht von einem Zeugen erkannt, sondern dank entsprechender Hinweise aus seinem Umfeld gefasst.

Die Polizei stellte Abdul B. (†21) in Berlin-Spandau.
Die Polizei stellte Abdul B. (†21) in Berlin-Spandau.  © Michael Kappeler/dpa

26. Juli, 21.14 Uhr: Blumen, Trauer und Rufe nach CSD-Anschlag

Zwischen gepflegten Gärten in Berlin-Spandau soll der Zugriff erfolgen, hier hat die Polizei den mutmaßlichen Täter des Anschlags am Rande des Christopher Street Days ausfindig gemacht.

Dann wurde es dramatisch, das legen zumindest Angaben der Polizei nahe: Der Tatverdächtige lief mit einer Stichwaffe auf Polizisten zu, das SEK schoss auf den Mann. Anwohner erzählten von bis zu neun Schüssen.

Der Mann starb laut Polizei noch am Einsatzort, trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch die Feuerwehr. Abdul B. war keine 24 Stunden nach seinem brutalen Angriff mit einem Todesopfer und 29 Verletzten ebenfalls tot.

Eine Frau stirbt, viele Menschen werden schwer verletzt. Der Angriff mit einem Auto im Berliner Tiergarten galt offensichtlich den Besuchern des Christopher Street Days.
Eine Frau stirbt, viele Menschen werden schwer verletzt. Der Angriff mit einem Auto im Berliner Tiergarten galt offensichtlich den Besuchern des Christopher Street Days.  © Monika Wendel/dpa

26. Juli, 21.06 Uhr: Wegner wundert sich über Freilassung von Abdul B.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53) hat sich verwundert über den früheren Umgang der Berliner Justiz mit dem Tatverdächtigen für den Terroranschlag vom Samstag geäußert.

"Er wurde verurteilt (...) nach Jugendstrafrecht", sagte der CDU-Politiker am Abend in der RBB-"Abendschau". "Und dann wurde leider durch das Gericht eine Bewährungsstrafe ausgegeben. Und ich will das nicht bewerten, das ist die Unabhängigkeit der Justiz, aber mir fehlen da schon die Worte."

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) sagte, man werde an diesem Punkt "genau hinschauen" müssen. "Wir wissen ja, dass er eine Vielzahl von Straftaten begangen hat, dass er mit dem Terror sympathisiert hat, dass es auch eine Verurteilung gab, die auf Bewährung ausgesetzt wurde, und die Staatsanwaltschaft dagegen Beschwerde erhoben hat", so der CSU-Politiker in der ARD.

"Und in der Tat wird zurzeit sehr die Frage danach gestellt, wie kann eigentlich bei jemandem, den man als Gefährder identifiziert, eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Auch dem wird detailliert nachgegangen."

Der Berliner Terrorverdächtige Abdul B. war schon länger im Visier der Sicherheitsbehörden und saß in Untersuchungshaft: Was danach passierte, macht den Regierenden Bürgermeister sprachlos.
Der Berliner Terrorverdächtige Abdul B. war schon länger im Visier der Sicherheitsbehörden und saß in Untersuchungshaft: Was danach passierte, macht den Regierenden Bürgermeister sprachlos.  © Elisa Schu/dpa

26. Juli, 20.06 Uhr: Wegner erleichtert über Fahndungserfolg der Polizei

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53) hat sich erleichtert darüber gezeigt, dass der Tatverdächtige des mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlags am Rande des Christopher Street Days (CSD) gestellt wurde.

"Dass die Berliner Polizei innerhalb von 24 Stunden den Tatverdächtigen hat, ist ein großer Erfolg der Ermittlungsbehörden", sagte der CDU-Politiker am Abend im RBB Fernsehen.

Titelfoto: © Michael Kappeler/dpa

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