Von Monika Wendel, Julia Kilian
Berlin - Der Fluchthelfer Hasso Herschel (†91), der etlichen Menschen aus der DDR in den Westen geholfen hatte, ist tot.
Er sei am Donnerstag im Alter von 91 Jahren gestorben, bestätigte der Vorsitzende des Vereins Berliner Unterwelten, Dietmar Arnold, am Samstag unter Berufung auf die Familie. Zuvor hatten die Zeitung "Welt" und der rbb darüber berichtet. Herschel war Ehrenmitglied des Vereins.
Gemeinsam mit anderen hatte Herschel Tunnel vom Berliner Westen in den Osten gegraben, damit Menschen aus der DDR flüchten konnten. Insgesamt drei Tunnel seien es gewesen - einer davon sei erfolgreich gewesen, sagte Arnold.
Über den "Tunnel 29" seien 1962 insgesamt 29 Menschen in den Westen gekommen, darunter auch Herschels Schwester.
"Das war ein Meisterstück", sagte Arnold. Die Geschichte sei mit Heino Ferch (62) verfilmt worden. Der Film "Der Tunnel" dokumentiert die dramatische Flucht von Ost- nach Westberlin durch den Tunnel unter der Mauer.
Nach dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 waren Ost und West voneinander abgeschnitten. Der aus Dresden stammende Herschel habe in der DDR selbst mehrere Jahre im Gefängnis gesessen, sagte Arnold. Mit einem falschen Pass sei er dann in den Westen geflohen und habe von dort anderen geholfen.
Der Verein Berliner Unterwelten gibt den Tod von Hasso Herschel bei Instagram bekannt
Hasso Herschel hat DDR-Flüchtlingen auch auf anderen Wegen geholfen
Es heiße, dass er der Fluchthelfer gewesen sei, der am meisten Bürgern in den Westen geholfen habe - die Zahl 1000, die genannt werde, könne man aber nicht belegen, sagte Arnold. Es seien sehr viele gewesen.
Dafür habe er später viele andere Wege genutzt, etwa umgebaute Autos. "Ich zähle ihn zu den alten Haudegen", sagte Arnold. Seit langem lebte Herschel in Brandenburg.