Berlin - Für seine selbstlose und todesmutige Rettung einer 17-Jährigen aus einer brennenden Wohnung ist ein Mann aus Berlin-Neukölln mit der Rettungsmedaille des Senats geehrt worden.
Bezirksbürgermeister Martin Hikel (39, SPD) habe Orhan Şençiçek die Auszeichnung am Mittwoch verliehen, teilte das Bezirksamt am Donnerstag mit.
"Herr Şençiçek hat besonderen Mut und Opferbereitschaft bewiesen", wird Hikel in der Mitteilung zitiert. Der Geehrte habe sich selbst in Lebensgefahr gebracht, um eine Jugendliche aus einer akuten Notlage zu retten. Er sei ein "leuchtendes Beispiel für gute Nachbarschaft" und stehe für die Werte Neuköllns wie Mut, Engagement und Zusammenhalt.
Şençiçek hatte am 28. September 2025 in den frühen Morgenstunden ein Feuer in einem Hochhaus im Neuköllner Ortsteil Gropiusstadt bemerkt.
Dichter Rauch und Hilfeschreie aus der Nachbarwohnung im ersten Obergeschoss hatten ihn geweckt. Trotz der Gefahr für sein eigenes Leben öffnete er gewaltsam die Tür der brennenden Wohnung und zog eine schwer verletzte 17-Jährige ins Freie.
An der Außentreppe übergab er die Jugendliche an eintreffende Rettungskräfte. Sie erlitt schwerste Brandverletzungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Nach Einschätzung der Behörden verdankt sie ihr Überleben vermutlich dem schnellen Eingreifen ihres Nachbarn.
Die Berliner Rettungsmedaille ist eine staatliche Auszeichnung des Landes Berlin. Sie wird an Menschen verliehen, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens andere aus Lebensgefahr retten.