Von Stefan Kruse
Berlin - Eine Berliner Schule wird nach der verstorbenen Holocaust-Zeitzeugin Margot Friedländer benannt.
Das Hans-Carossa-Gymnasium in Berlin-Gatow habe als erste Schule in Deutschland die Namensrechte von der Margot Friedländer Stiftung erhalten, teilte ein Sprecher der Stiftung mit.
Nach Angaben des Schulleiters Henning Rußbült beschloss die Schulkonferenz am vergangenen Freitag einstimmig die Umbenennung. Das Bezirksamt Spandau muss demnach noch zustimmen, was als Formalie gilt. Wann genau die Schule den neuen Namen erhält, ist noch offen.
Margot Friedländer (1921-2025) setzte sich jahrzehntelang für Aussöhnung und Menschlichkeit ein und war Anfang Mai 2025 im Alter von 103 Jahren in Berlin gestorben. Sie stammte aus einer jüdischen Familie und wurde von den Nationalsozialisten in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt.
Nach der Befreiung 1945 ging sie mit ihrem Mann ins Exil in die USA.
Margot Friedländer regelmäßig Gast im Gymnasium
Erst mit 88 Jahren zog Margot Friedländer zurück nach Berlin und erzählte ihre Geschichte als Zeitzeugin unter anderem in Schulen. Ihr eindringlichster Appell gegen Ende ihres Lebens war: "Seid Menschen." Beigesetzt ist sie auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee.
Am Hans-Carossa-Gymnasium in Berlin-Spandau, das bald ihren Namen trägt, war Margot Friedländer nach Angaben des Schulleiters öfter zu Gast.
"Margot Friedländer hat seit 2011 regelmäßig mit unseren Schülerinnen und Schülern über den Holocaust und ihre persönliche Lebensgeschichte gesprochen", erklärte er. "Ihr Aufruf, menschlich zu handeln und sich anderen gegenüber respektvoll zu verhalten, haben einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und sind zu einem Leitbild für unsere Schulgemeinschaft geworden."
Nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden der Margot Friedländer Stiftung, Karsten Dreinhöfer, kam die Anfrage der Schule zur Umbenennung noch zu Lebzeiten der wichtigen Zeitzeugin. "Margot Friedländer hat sich darüber sehr gefreut und war stolz darauf."