Führerschein-Betrug auf Rekordkurs: So tricksen Berlins Prüflinge

Berlin - Während die Täuschungsversuche bei der Führerscheinprüfung bundesweit auf einem hohen Niveau bleiben, nehmen sie in Berlin sogar weiter zu.

Bei der theoretischen Führerscheinprüfung sind technische Geräte wie Smartphones und andere Hilfsmittel strengstens verboten. (Symbolfoto)
Bei der theoretischen Führerscheinprüfung sind technische Geräte wie Smartphones und andere Hilfsmittel strengstens verboten. (Symbolfoto)  © Sebastian Gollnow/dpa

"Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der Prüfungsbetrug nach den starken Anstiegen der Vorjahre nun auf einem hohen Niveau stabilisiert", sagt Fani Zaneta, Referentin für Fahrerlaubnis und Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband.

Dabei werden die Täuschungsversuche immer professioneller organisiert. Über die Hälfte der Fälle sind demnach keine spontane Aktion einzelner Prüflinge, sondern umfassen mehrere Personen. Viele nutzen dabei technische Hilfsmittel wie nahezu unsichtbare Ohrhörer, Mini-Kameras oder andere versteckte Kommunikationsgeräte. Außerdem wurden sogenannte Stellvertreter erwischt, die die Prüfung für andere ablegen wollten.

Klassische Hilfsmittel wie Spickzettel werden aber weiterhin häufig eingesetzt. Fast alle Täuschungsversuche betreffen die Führerscheinklasse B.

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Im Bundesländervergleich liegt Nordrhein-Westfalen mit 1378 Fällen weiterhin vorne. Dahinter folgt Berlin mit 497 registrierten Täuschungsversuchen – mit einem Anstieg von rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

"Organisierter Prüfungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt", betont Zaneta. "Wer bei der theoretischen Fahrprüfung täuscht, gefährdet sich selbst und andere im Straßenverkehr."

Der TÜV-Verband fordert daher strengere Maßnahmen der Behörden, darunter klare rechtliche Grundlagen, um systematische Betrugsversuche künftig auch strafrechtlich verfolgen zu können.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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