Gegen Frauenhass statt Sauf-Tour: Männer setzen am Vatertag Zeichen in Berlin

Von Theresa Held, Lilli Förter

Berlin - Solidarität mit Frauen statt Alkohol und Bollerwagen: Zum Vatertag ruft eine Initiative zu einer Kundgebung gegen geschlechtsspezifische und sexualisierte Gewalt auf.

Männer demonstrieren gegen Gewalt an Frauen  © Lilli Förter/dpa

Erstmals werde damit zu "feministischen Großprotesten" aufgerufen, die vor allem Männer adressieren und von Männern organisiert werden, hieß es von der Initiative "MännerGegenGewalt". Bei der Kundgebung am Donnerstag ab 14 Uhr am Brandenburger Tor wurden tausend Teilnehmer erwartet. In einem Video riefen unter anderem Felix Banaszak (36), Parteivorsitzender der Grünen, und der Bundestagsabgeordnete Luke Hoß (24, Linke) zur Kundgebung auf. 

Comedian Aurel Mertz (36), der bei der Versammlung sprechen soll, sagte im Vorfeld: "Die Manosphere und selbsternannte "Alpha-Männer" wollen uns einreden, Männlichkeit bestehe aus emotionaler Verrohung, Dominanz und Frauenhass.

Dem setzen wir etwas entgegen: Ein Großteil von uns Männern teilt diese Werte nicht. Wir stehen gegen Gewalt an Frauen und queeren Menschen – und an der Seite der Betroffenen."

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Bei der Kundgebung sind Auftritte geplant, etwa von Sängerin Bahar Kizil (37) und der Band Tripkid.

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Neuer Anstoß durch Collien Fernandes

Zahlreiche Demonstranten fanden sich am Pariser Platz ein.  © Fabian Sommer/dpa

Die Initiative hat sich nach eigenen Angaben in Bezug auf feministische Solidaritätsproteste der letzten Wochen gegründet.

Die gesellschaftliche Diskussion über digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen hatte mit Bekanntwerden der Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes (44) gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (50) Ende März neue Fahrt aufgenommen.

Er soll Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Inhalte verbreitet haben.

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Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Tausende Menschen gingen danach in vielen Städten bei Demonstrationen auf die Straße, um mehr Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt zu fordern.

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