Von Mia Bucher, Wilhelm Pischke, Marion van der Kraats, Laura Voigt
Berlin - Stundenlang hielt ein Mann in einem Rewe-Supermarkt im Berliner Ortsteil Marienfelde eine Frau als Geisel. Am Samstagmorgen beendete ein Großaufgebot der Polizei den Einsatz.
Das SEK stürmte gegen 9.20 Uhr den Supermarkt und überwältigte den Mann mit einem Taser. Die Frau wurde anschließend von mehreren Beamten aus dem Markt gebracht. Der Mann soll bereits polizeibekannt sein und zurzeit noch von den Ermittlern verhört werden, wie BILD berichtet. Am Sonntag wird er einem Haftrichter vorgeführt.
Nach ersten Angaben stand die Angestellte des Geschäfts unter Schock. Rettungskräfte der Feuerwehr brachten sie in ein Krankenhaus.
"Die Frau ist wahrscheinlich durch ein Martyrium gegangen", so Polizeisprecher Florian Nath. Weitere Angaben zu ihrem Zustand konnte er zunächst nicht machen. "Glücklicherweise ist hier niemand größer zu Schaden gekommen. Es gibt keine schwereren Verletzungen, die laut aktuellem Stand zu beklagen wären", ergänzte er.
Auch der mutmaßliche Geiselnehmer kam ins Krankenhaus. Er wurde nach Polizeiangaben bei dem Zugriff leicht verletzt.
Über die genauen Hintergründe der Tat und das Motiv ist noch nichts bekannt. Klar ist lediglich, dass der Mann während der Geiselnahme unterschiedliche Forderungen stellte.
Zwei weitere Mitarbeiter entkommen knapp
Nach Angaben des Polizeisprechers brachte der Täter die Frau kurz nach 22 Uhr im Rewe an der Ecke Hildburghauser Straße/Tirschenreuther Ring in seine Gewalt und bedrohte sie. Zu diesem Zeitpunkt sei das Geschäft kurz vor der Schließung gewesen.
Ein 22-Jähriger Mitarbeiter habe die übrigen Kunden rausschicken wollen, als ein Mann ein Messer gezogen habe. "Sie war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort", sagte der junge Mann vor Ort zu Journalisten. Er und eine andere Mitarbeiterin seien noch schnell rausgelaufen und hätten die Polizei gerufen.
Die Polizei stand während des Einsatzes nach eigenen Angaben in Kontakt mit dem Geiselnehmer. Die Frau und der Täter hätten in keiner Beziehung zueinander gestanden.
Eine Gefahr für Anwohnerinnen und Anwohner habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, hieß es von der Polizei. Die Ermittlungen würden nun von der Staatsanwaltschaft Berlin übernommen.
Erstmeldung: 11. Juli, 7.34 Uhr, zuletzt aktualisiert: 19.02 Uhr