Geisel-Drama in Berliner Supermarkt: Frau in Gewalt eines Mannes
Von Mia Bucher
Berlin - In einem Rewe-Supermarkt im Ortsteil Marienfelde hält ein Mann seit Freitagabend eine Frau als Geisel. Auch am Samstagmorgen dauert der Großeinsatz der Polizei an.
Nach Angaben eines Polizeisprechers brachte der Täter die Frau kurz nach 22 Uhr in dem Supermarkt an der Ecke Hildburghauser Straße/Tirschenreuther Ring in seine Gewalt und bedrohte sie. Gegen 5.30 Uhr befanden sich sowohl der Mann als auch die Geisel noch immer im Gebäude.
Die Polizei steht nach eigenen Angaben weiterhin in Kontakt mit dem Geiselnehmer. Aus ermittlungstaktischen Gründen machen die Beamten derzeit jedoch nur wenige Angaben zum laufenden Einsatz.
Vor dem Supermarkt sind zahlreiche Einsatzkräfte zusammengezogen. Neben vielen Polizeifahrzeugen sind auch Rettungswagen, die Feuerwehr und ein Spezialeinsatzkommando (SEK) vor Ort.
Nach Einschätzung der Polizei sollen sich keine weiteren Personen mehr in dem Gebäude befinden. Für Anwohner bestehe aktuell keine Gefahr.
Viele Fragen noch offen
Wer der Geiselnehmer ist und in welcher Beziehung er zu der Frau steht, ist bislang unklar. Auch zur Identität der Geisel machte die Polizei keine Angaben.
Ebenso sind die Hintergründe der Tat und das Motiv derzeit noch unbekannt. Ob der Mann bewaffnet ist, wollte die Polizei ebenfalls nicht bestätigen. Zwar berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Anwohner, der Marktleiter habe eine Waffe gesehen, die Polizei sprach jedoch lediglich von Gerüchten und wollte diese nicht kommentieren.
Unklar ist außerdem, ob die Frau verletzt wurde oder medizinische Hilfe benötigt. Auch mögliche Forderungen des Geiselnehmers sowie der Stand der Verhandlungen werden aus taktischen Gründen nicht bekannt gegeben.
Wie lange der Einsatz noch dauern wird, ist derzeit ebenfalls offen. Die Polizei setzt ihre Verhandlungen mit dem Täter fort.
Titelfoto: Carsten Koall/dpa

