Häusliche Gewalt: Verdächtige kommen in Berlin und Brandenburg seltener vor Gericht

Von Marion van der Kraats

Berlin - Häusliche Gewalt bleibt in Berlin und Brandenburg oft ohne juristische Folgen. Zwar landen immer mehr Fälle bei den Staatsanwaltschaften, doch die meisten Ermittlungen werden eingestellt.

Die meisten Verfahren enden jedoch ohne Konsequenzen für die Verdächtigen. In Brandenburg wurden 2024 rund 86 Prozent der Fälle eingestellt, in Berlin etwa 76 Prozent. (Symbolfoto)
Die meisten Verfahren enden jedoch ohne Konsequenzen für die Verdächtigen. In Brandenburg wurden 2024 rund 86 Prozent der Fälle eingestellt, in Berlin etwa 76 Prozent. (Symbolfoto)  © Fabian Sommer/dpa

Das geht aus Daten der Staatsanwaltschaft Berlin und der Generalstaatsanwaltschaft Brandenburg hervor, über die zunächst der rbb berichtete.

In Berlin ist die Zahl der Verfahren wegen familiärer und partnerschaftlicher Gewalt seit 2021 deutlich gestiegen – von rund 11.000 auf etwa 15.000 Fälle im Jahr 2024. In Brandenburg blieb die Zahl im gleichen Zeitraum mit jährlich 2500 bis 3000 Verfahren weitgehend konstant.

Zur Anklage kam es nur selten, stattdessen wurden viele Verfahren per Strafbefehl abgeschlossen – meist mit einer Geldstrafe.

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Nach Angaben der Polizei wurden 2024 in Berlin 19.213 Opfer von Gewalt in Partnerschaft und Familie registriert – 429 mehr als im Vorjahr. In Brandenburg erreichten die Fallzahlen mit 6790 den höchsten Stand seit fünf Jahren. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Polizei und Staatsanwaltschaft verweisen auf schwierige Ermittlungen. Häufig stehe Aussage gegen Aussage, zudem zögen Opfer ihre Anzeigen zurück oder machten von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch – oft aus Angst, Abhängigkeit oder Sorge um die gemeinsamen Kinder.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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