Berliner Clan-Immobilien: Warum die Beschlagnahmung Jahre dauert
Von Marion van der Kraats
Berlin - Seit Jahren geht Berlin gegen Immobilien vor, die kriminellen Großfamilien zugerechnet werden. Doch der Erfolg lässt auf sich warten.
Bereits im Juli 2018 stellte die Berliner Staatsanwaltschaft 77 Häuser und Grundstücke im damaligen Wert von rund neun Millionen Euro sicher. Bis heute sind nur wenige Objekte tatsächlich geräumt.
Immobilien gelten als beliebtes Mittel der Organisierten Kriminalität, um Geld aus Straftaten zu verschleiern und legal in Umlauf zu bringen. Ermittler gehen davon aus, dass viele der beschlagnahmten Objekte nicht mit legalen Mitteln gekauft wurden.
Der juristische Weg ist lang: Die Betroffenen wehren sich meist mit allen Rechtsmitteln. Jüngst entschied das Berliner Kammergericht, dass sich das Landgericht erneut mit 58 der 77 Immobilien befassen muss – diesmal in einer mündlichen Verhandlung. Das verzögert eine endgültige Entscheidung weiter.
Auch Strafverfahren ziehen sich. Seit Oktober 2025 läuft ein Prozess gegen eine 35-Jährige, die laut Staatsanwaltschaft als Strohfrau Immobilien im Wert von über 450.000 Euro erworben haben soll – teils auf den Namen ihres minderjährigen Sohnes.
Experten sehen die Ursache in komplexen Eigentumsstrukturen, Mischfinanzierungen und Firmengeflechten. Trotz neuer rechtlicher Spielräume bleibt klar: Der Kampf um Clan-Immobilien ist mühsam – und braucht vor allem Zeit.
Titelfoto: Jens Kalaene/dpa
