Wenn der Strandfund zum Problem wird: Diese verbotenen Souvenirs landen am Flughafen-Zoll

Berlin - Viele Reisende landen am Flughafen Berlin Brandenburg mit Urlaubsandenken im Gepäck. Doch nicht alles darf mit nach Hause. Der Zoll entdeckt regelmäßig verbotene Mitbringsel, die für Ärger und teilweise für echte Schockmomente sorgen. Ein Teil davon landet in der Asservatenkammer des Zollamts. TAG24 durfte einen Blick hineinwerfen.

Die Inhaltsstoffe von TCM-Produkten sind für Urlauber oft schwer zu erkennen.  © Hauptzollamt Potsdam

Die Sammlung des Zolls beherbergt eine Vielzahl kurioser Fundstücke - von Löwenteppichen und Tierschädeln bis zu Accessoires aus Krokodilleder. Der Raum gibt Einblick in die sehr vielfältigen und teils fragwürdigen Geschmäcker der Urlauber.

Zollamtsleiter Christian Böhm (65) prüft seit Jahrzehnten, was an den Berliner Flughäfen über das Band läuft. Selbst scheinbar harmlose Fundstücke wie Korallenbruch vom Strand können problematisch sein. "Vielen ist nicht klar, dass auch das verboten sein kann", sagt Böhm, der in diesem Jahr in den Ruhestand geht.

Die meisten Souvenirs stammen aus der Karibik, Südostasien, aber auch aus Afrika, Australien oder Südamerika. Produkte aus Reptilienleder wie Taschen, Gürtel oder Schuhe werden auf Märkten verkauft. Für viele Urlauber ist nicht erkennbar, dass diese Dinge in der EU gegen Artenschutzbestimmungen verstoßen.

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Produkte der traditionellen chinesischen Medizin sind besonders kritisch, weil sie geschützte Tier- oder Pflanzenteile enthalten können. Böhm erklärt: "Wenn ein Tiger abgedruckt ist, kann man davon ausgehen, dass auch ein Tiger drin ist."

Ein Teil der sichergestellten Gegenstände landet in der Asservatenkammer. Andere Stücke gehen an Museen oder werden für den Schulunterricht genutzt. Vieles wird jedoch vernichtet.

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Alltag beim Zoll: "Pythons haben wir schon öfter gefunden"

Kleine Reptilien, Amphibien und Elfenbeinprodukte werden oft geschmuggelt.  © Marlen Rothenburg/TAG24

Das wohl gefährlichste Urlaubs-Souvenir war eine der giftigsten Schlangen der Welt. Christian Böhm vermutete zunächst eine Python. "Pythons haben wir schon öfter gefunden", erzählt der 65-Jährige.

Als der Koffer geöffnet wurde, ging die Schlange sofort in Angriffsstellung - ungewöhnlich für eine Python. Umgehend wurde der Koffer zum Tierpark Berlin gebracht. Dort stellte ein Schlangenexperte entsetzt fest: Es handelte sich um eine australische Braunschlange.

Ein Biss hätte tödlich enden können - zu diesem Zeitpunkt gab es in Deutschland kein Gegengift. Danach war der Tierpark jahrelang der einzige Zoologische Garten in Europa, der diese Schlange beherbergte.

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Die späteren Ermittlungen führten zu einem Mann in Berlin-Mariendorf. In einem Reihenhaus fanden die Beamten keine Möbel - nur Terrarien mit über 150 giftigen Schlangen. Der Schlangenhändler selbst lebte im Keller.

"Wenn jemand exzessiv sammelt, kümmert er sich nicht mehr um Vorschriften", erklärt Böhm.

Wer verbotene Andenken mitbringt, riskiert hohe Strafen

Scheinbar harmlose Korallenstücke können spätestens am Zoll in Deutschland richtig teuer werden.  © Marlen Rothenburg/TAG24

Die Ausrede "Das habe ich nicht gewusst" hören die Zollbeamten oft. Doch Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Bußgelder reichen je nach Fall von 500 Euro bis zu mehreren tausend Euro. Im Extremfall drohen sogar 500.000 Euro Strafe oder drei Jahre Haft.

Wer im Urlaub ein Souvenir kauft, sollte genau hinschauen - sonst kann die Erinnerung schnell zum teuren Problem werden.

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