Kritik an nächtlicher Schließung des Görlitzer Parks: "Falsche Symbolpolitik"
Berlin - Die Senatsumweltverwaltung hat beschlossen, dass der Görlitzer Park ab 1. März nachts geschlossen wird. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg bezeichnet das jedoch als reine Symbolpolitik.
"Weder Sucht und Obdachlosigkeit noch strukturelle Armut verschwinden durch Zäune und das Absperren öffentlicher Räume", erklärte Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann in einer Mitteilung.
Die Schließung sei weiterhin eine "falsche Symbolpolitik". Das Bezirksamt habe Sorge, dass es dadurch zu weiteren räumlichen Verlagerungen kommen werde – in Hauseingänge und Hinterhöfe, auf Spielplätze und in U-Bahnhöfe.
"Mit dem Bau der Toranlagen und der Beauftragung eines privaten Schließdienstes gibt der Senat extrem viel Geld aus, das an anderer Stelle für sinnvolle Angebote fehlt", so die Bezirksbürgermeisterin weiter.
Sie ist der Meinung, dass diese Strategie nicht zu einer Entspannung der Kriminalität führe, sondern zu Verlagerungseffekten – zum Beispiel in andere Kieze und angrenzende Straßen.
Bezirksamt besteht auf alternative Investitionen statt nächtlicher Schließungen
Stattdessen schlug Herrmann vor, die jährlich veranschlagten 800.000 Euro für den Schließdienst anderweitig einzusetzen.
Beispielsweise für mehr Streetworker im Görlitzer Park, die Präventionsarbeiten leisten und Betroffenen gezielt Hilfe anbieten.
Oder die Einrichtung eines Kontaktladens für die wachsende Zahl junger Menschen mit Suchterkrankungen.
Zudem wäre die ganzjährige Öffnung des im Rahmen der Kältehilfe eingerichteten Nachtwärmecafés am Kottbusser Tor eine Lösung.
Titelfoto: Anja Mia Neumann/dpa

