Von Andreas Rabenstein
Berlin - Wegen der umstrittenen Schließung des Görlitzer Parks in Berlin-Kreuzberg in der Nacht befürchtet die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Konflikte, die nicht vom Ordnungsamt oder Wachdienst gelöst würden.
Wenn nicht genug Wachleute bereitgestellt würden, müssten sich letztlich Polizisten um Verstöße nach der Schließung um 22 Uhr kümmern, kritisierte die GdP.
Die ersten Konflikte drohen schon am Sonntagabend, dem ersten Abend, an dem der Park laut Senat geschlossen werden soll. Eine Demonstration mit Reden und Konzert sowie Proteste an den Eingängen sind von Initiativen angekündigt. Gemeinsam und lautstark wolle man den Unmut zum Ausdruck bringen, heißt es in einem Aufruf des Bündnisses Görli 24/7. "Startzeichen Raketen. Also haltet euch bereit und achtet auf Feuerwerk."
Das von den Grünen geführte Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg teilte kürzlich mit: "Das Bezirksamt hält diese Maßnahme weiterhin für falsche Symbolpolitik. Ein nächtliches Abschließen des Parks verlagert bestehende soziale Problemlagen lediglich in angrenzende Straßen und Kieze, anstatt diese nachhaltig zu lösen."
Der Senat hatte den Bau von Eingangstoren gegen den Willen des Bezirks durchgesetzt und will das mit der nächtlichen Schließung ab Sonntagabend ebenso handhaben.
Görlitzer Park: Privater Wachdienst zuständig
Die zuständige Umweltsenatorin Ute Bonde (58, CDU) hatte am Donnerstag angekündigt, zuständig für die Schließung und Öffnung der Tore sei ein privater Wachdienst. Er solle auch die Tore sichern, nachts im Park unterwegs sein und Menschen zum Verlassen auffordern. Bei Bedarf werde er das Ordnungsamt oder die Polizei informieren.
Die Polizei verspricht sich von dem geschlossenen Park eine bessere Verfolgung des ausgeuferten Drogenhandels und weniger andere Kriminalität.