Hungerstreik-Camp gibt auf! "Regierung hätte uns sterben lassen"

Berlin - Die Hungerstreikenden im Berliner Invalidenpark brechen ihre Zelte ab. Am heutigen Donnerstag gab die Klima-Gruppierung das Ende ihres Protests bekannt.

Auf einer Pressekonferenz teilten die Demonstranten ihre Entscheidung mit.
Auf einer Pressekonferenz teilten die Demonstranten ihre Entscheidung mit.  © Theresa Martini

Mehr als 100 Tage lang hatten die Aktivisten für mehr Klimaehrlichkeit demonstriert.

In einer Mitteilung vom Donnerstag führen die Initiatoren der Kampagne "Hungern bis ihr ehrlich seid" als Gründe für den Abbruch "das Versagen der Medien, die Handlungsunfähigkeit und Unehrlichkeit der Regierung und insbesondere des Bundeskanzlers in der Klimakatastrophe" an.

Mit ihrer Kampagne wollten die Aktivisten eine Regierungserklärung von Bundeskanzler Olaf Scholz (65, SPD) einfordern, in der dieser die Dramatik der Klimakrise anerkennt.

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Mit 92 Tagen ohne Nahrung war Wolfgang Metzeler-Kick (49) am längsten im Hungerstreik. Zwischenzeitlich erwies sich sein Zustand als lebensbedrohlich und der Ingenieur musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Neben Metzeler-Kick befanden sich in den vergangenen Wochen auch Richard Cluse (77 Tage), Michael Winter (31 Tage), Adrian Lack (38 Tage), Tin (23 Tage), Titus Feldmann (25 Tage), Markus Müller (13 Tage) und Soña (3 Tage) im Hungerstreik.

Hungerstreik-Camp in Berlin: Aufruf zu weiteren Protesten

Das Camp im Berliner Invalidenpark wird abgebaut.
Das Camp im Berliner Invalidenpark wird abgebaut.  © Jens Kalaene/dpa

Aber: "Trotz einer Woche Bedenkzeit hat Scholz weder eine Trendwende im Klimaschutz eingeleitet noch das Gespräch gesucht", heißt es in der Mitteilung weiter. Daher habe man sich entschlossen, den Streik zu beenden.

Metzeler-Kick zeigte sich im Nachhinein ernüchtert: "Die Regierung Scholz hat gezeigt, dass sie die Hungernden sterben lassen wird, sie hätte Tin und Michi sterben lassen. Sie wird dich und mich, sie wird mein Kind eher sterben lassen, bevor sie eine Wahrheit ausspricht, die Profitinteressen entgegensteht."

Dennoch rufen die Klimaaktivisten dazu auf, den Protest nicht abebben zu lassen und etwa in Formen zivilen Ungehorsams weiterzuführen.

Titelfoto: Theresa Martini

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