Überraschung in Berlin: Archäologen machen Jahrhunderte alten Fund

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Von Shireen Broszies

Berlin - In Berlins historischer Mitte haben Archäologen die Überreste eines bislang unbekannten mittelalterlichen Bauwerks entdeckt.

Auf der Grabungsstelle unweit des Roten Rathauses haben die Archäologen die Überreste eines mittelalterlichen Bauwerks freigelegt.
Auf der Grabungsstelle unweit des Roten Rathauses haben die Archäologen die Überreste eines mittelalterlichen Bauwerks freigelegt.  © Jens Kalaene/dpa

Bei Ausgrabungen am Molkenmarkt wurde ein großer Steinkeller aus dem 14. oder frühen 15. Jahrhundert freigelegt, wie das Landesdenkmalamt mitteilte.

"Der Steinkeller diente möglicherweise als Kauf- und Handelskeller und gehörte zu einem bislang unbekannten, großen und repräsentativen Bauwerk des späten Mittelalters", erklärte der wissenschaftliche Projektleiter Eberhard Völker vom Landesdenkmalamt Berlin bei einem Presserundgang. 

Der Fund gilt als ungewöhnlich, weil der Keller für die damalige Zeit vergleichsweise groß ist und über Jahrhunderte erhalten blieb.

Berlin: Nicht mehr lange ohne Namen: Berliner Hippo-Baby zum ersten Mal draußen
Berlin Lokal Nicht mehr lange ohne Namen: Berliner Hippo-Baby zum ersten Mal draußen

Er misst mindestens 8,50 Meter in der Länge und fast 7,50 Meter in der Breite. Entdeckt wurden unter anderem Mauerreste, Nischen sowie Licht- und Lüftungsöffnungen.

In den Überresten des Kellers sind unter anderem Glasflaschen aus dem 18. Jahrhundert entdeckt worden.
In den Überresten des Kellers sind unter anderem Glasflaschen aus dem 18. Jahrhundert entdeckt worden.  © Jens Kalaene/dpa

Grabungen am Molkenmarkt sollen noch bis 2027 andauern

Bausenator Christian Gaebler (61, SPD) hat am Mittwoch die Grabungsstelle besucht.
Bausenator Christian Gaebler (61, SPD) hat am Mittwoch die Grabungsstelle besucht.  © Jens Kalaene/dpa

Trotz mehrerer Um- und Ausbauten blieb der Keller demnach in seinen Grundzügen über Jahrhunderte erhalten. Erst durch Kriegseinwirkungen wurde das Bauwerk zerstört.

Die Verfüllung und Versiegelung des Geländes nach 1945 trugen dem Landesdenkmalamt zufolge dazu bei, dass die Überreste noch ungewöhnlich gut erhalten sind.

Seit 2019 wird am Molkenmarkt gegraben. Die Arbeiten sollen noch bis 2027 dauern. Laut Bausenator Christian Gaebler (61, SPD) gehört das Projekt zu den größten stadtarchäologischen Untersuchungen Deutschlands.

Berlin: Ebola-Patient nach zwei Wochen aus Charité entlassen
Berlin Lokal Ebola-Patient nach zwei Wochen aus Charité entlassen

In den kommenden Tagen soll der freigelegte Keller zunächst wieder verfüllt werden, um ihn vor Umwelteinflüssen zu schützen.

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa

Mehr zum Thema Berlin Lokal: