Nach Flucht des Berliner Amokfahrers - Polizei erhielt Hinweise aus dem Umfeld des Täters

Berlin - Tödlicher Anschlag beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin! Am Samstagabend ist ein Mann mit einem Transporter in eine Menschenmenge gefahren und hat dabei eine junge Frau getötet sowie mehrere Menschen verletzt. Am Sonntag wurde der mutmaßliche Täter bei einem Polizeieinsatz erschossen.

Mit diesem Wagen war der Täter in die Menschenmenge gerast.  © Sebastian Gollnow/dpa

Der CSD war nach der Schocktat am Samstagabend abgebrochen worden.

Die Polizei identifizierte rasch Abdul B. als Tatverdächtigen und fahndete öffentlich nach dem 21-Jährigen, der dem islamistischen Spektrum zugeordnet wird.

Am Sonntagabend erfolgte der Zugriff in einer Berliner Gartenparzelle. Dort sollen Schüsse gefallen sein, wodurch der Verdächtige sein Leben verlor.

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26. Juli, 22.16 Uhr: Brandenburger Tor leuchtet in Regenbogenfarben nach Angriff

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist das Brandenburger Tor in den Regenbogenfarben angeleuchtet worden.

Die Farben gelten als Symbol der queeren Szene und stehen für Vielfalt und Toleranz. Sie sind seit Sonnenuntergang an das Wahrzeichen in Berlins Mitte projiziert.

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Nach dem Terroranschlag am Rande des CSD setzt Berlin ein Zeichen: Das Brandenburger Tor erstrahlt in den Regenbogenfarben - als Symbol für Vielfalt und Toleranz.  © Christoph Soeder/dpa

26. Juli, 22.07 Uhr: Merz betont, Gewalt beginnt mit Intoleranz und Ausgrenzung

Rund 24 Stunden nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag in Berlin hat Bundeskanzler Friedrich Merz (70) die Menschen dazu aufgefordert, sich nicht einschüchtern zu lassen.

Noch in der Nacht habe er überlegt, ob er der Einladung nach Paderborn zum traditionellen Libori-Mahl folgen solle. Er habe sich aber schnell entschlossen, seine Zusage einzuhalten. 

"Gewalt beginnt nicht erst mit einem Anschlag. Gewalt beginnt mit Intoleranz, mit Ausgrenzung, mit Diskriminierung, dummen Redensarten und schlechten Witzen", sagte Merz vor der Libori-Gilde im Historischen Rathaus.

26. Juli, 21.52 Uhr: Extremismus-Berater zu Abdul B. - "freundlicher Eindruck"

Der Extremismus-Berater Thomas Mücke vom Violence Prevention Network (VPN) hat in einem Interview seinen Eindruck über den mutmaßlichen Täter des CSD-Anschlags, Abdul B., geteilt.

Die Sozialarbeiter hätten "einen sehr gefassten, einen sehr vorsichtigen, einen sehr kontrollierten, einen sehr freundlichen Eindruck" von Abdul B. gehabt, sagte Mücke, der VPN-Geschäftsführer ist, im ARD-"Brennpunkt".

"Und das sind genau die Kriterien, wo wir halt merken, da kommen wir nicht wirklich an die Person heran."

26. Juli, 21.27 Uhr: Nach Flucht des Amokfahrers - Polizei erhielt Hinweise aus dem Umfeld des Täters

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen führten Hinweise aus dem persönlichen Umfeld des mutmaßlichen Täters Abdul B. die Ermittler zu einer Gartenlaube in Berlin-Spandau.

Dort spürten Spezialkräfte der Polizei den Mann auf. Wie FOCUS berichtet, wurde der Tatverdächtige demnach nicht von einem Zeugen erkannt, sondern dank entsprechender Hinweise aus seinem Umfeld gefasst.

Die Polizei stellte Abdul B. (†21) in Berlin-Spandau.  © Michael Kappeler/dpa

26. Juli, 21.14 Uhr: Blumen, Trauer und Rufe nach CSD-Anschlag

Zwischen gepflegten Gärten in Berlin-Spandau soll der Zugriff erfolgen, hier hat die Polizei den mutmaßlichen Täter des Anschlags am Rande des Christopher Street Days ausfindig gemacht.

Dann wurde es dramatisch, das legen zumindest Angaben der Polizei nahe: Der Tatverdächtige lief mit einer Stichwaffe auf Polizisten zu, das SEK schoss auf den Mann. Anwohner erzählten von bis zu neun Schüssen.

Der Mann starb laut Polizei noch am Einsatzort, trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch die Feuerwehr. Abdul B. war keine 24 Stunden nach seinem brutalen Angriff mit einem Todesopfer und 29 Verletzten ebenfalls tot.

Eine Frau stirbt, viele Menschen werden schwer verletzt. Der Angriff mit einem Auto im Berliner Tiergarten galt offensichtlich den Besuchern des Christopher Street Days.  © Monika Wendel/dpa

26. Juli, 21.06 Uhr: Wegner wundert sich über Freilassung von Abdul B.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53) hat sich verwundert über den früheren Umgang der Berliner Justiz mit dem Tatverdächtigen für den Terroranschlag vom Samstag geäußert.

"Er wurde verurteilt (...) nach Jugendstrafrecht", sagte der CDU-Politiker am Abend in der RBB-"Abendschau". "Und dann wurde leider durch das Gericht eine Bewährungsstrafe ausgegeben. Und ich will das nicht bewerten, das ist die Unabhängigkeit der Justiz, aber mir fehlen da schon die Worte."

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) sagte, man werde an diesem Punkt "genau hinschauen" müssen. "Wir wissen ja, dass er eine Vielzahl von Straftaten begangen hat, dass er mit dem Terror sympathisiert hat, dass es auch eine Verurteilung gab, die auf Bewährung ausgesetzt wurde, und die Staatsanwaltschaft dagegen Beschwerde erhoben hat", so der CSU-Politiker in der ARD.

"Und in der Tat wird zurzeit sehr die Frage danach gestellt, wie kann eigentlich bei jemandem, den man als Gefährder identifiziert, eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Auch dem wird detailliert nachgegangen."

Der Berliner Terrorverdächtige Abdul B. war schon länger im Visier der Sicherheitsbehörden und saß in Untersuchungshaft: Was danach passierte, macht den Regierenden Bürgermeister sprachlos.  © Elisa Schu/dpa

26. Juli, 20.06 Uhr: Wegner erleichtert über Fahndungserfolg der Polizei

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53) hat sich erleichtert darüber gezeigt, dass der Tatverdächtige des mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlags am Rande des Christopher Street Days (CSD) gestellt wurde.

"Dass die Berliner Polizei innerhalb von 24 Stunden den Tatverdächtigen hat, ist ein großer Erfolg der Ermittlungsbehörden", sagte der CDU-Politiker am Abend im RBB Fernsehen.

26. Juli, 19.56 Uhr: Mutmaßlicher CSD-Täter soll Polizisten angegriffen haben

"Der mutmaßliche Täter des Anschlags wurde erschossen", teilte die Berliner Polizei am Sonntagabend auf der Plattform X mit.

Demnach spürten Spezialkräfte den Mann gegen 18 Uhr in einer Kleingartenanlage im Ortsteil Spandau auf.

"Der Tatverdächtige ist hier mit einer Stichwaffe auf die Kräfte zugelaufen – deshalb kam es hier zum polizeilichen Schusswaffengebrauch", erklärte ein Sprecher.

Der mutmaßliche CSD-Täter erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass er trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen noch am Einsatzort verstarb.

Die Staatsanwaltschaft sei über den Vorfall informiert worden. Nach Angaben der Polizei werden nun sowohl Ermittlungen zum polizeilichen Schusswaffengebrauch und dem Todesfall als auch die weiteren Ermittlungen zum Anschlag fortgeführt.

Abdul B.( †21) wurde in Spandau erschossen.  © Michael Kappeler/dpa

26. Juli, 19.27 Uhr: Bundesanwaltschaft hat CSD-Ermittlungen übernommen

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zu dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) übernommen, sagte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde.

Der Tatverdächtige ist nach Angaben der Berliner Senatsinnenverwaltung bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Nach dpa-Informationen wurde der Mann angeschossen und erlag den Verletzungen.

Die Bundesanwaltschaft ist die oberste Anklagebehörde in Deutschland. Sie ist unter anderem zuständig für Fälle von islamistisch motiviertem Terrorismus. Zudem kann sie solche mit besonderer Bedeutung an sich ziehen.

26. Juli, 19.15 Uhr: Mutmaßlicher Täter Abdul B. in Spandau erschossen

Nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) hat die Polizei am Sonntagabend eine Gartenlaube in Spandau gestürmt.

Schwer bewaffnete Spezialkräfte umstellten die Parzelle und griffen anschließend zu. Dabei sollen auch Schüsse gefallen sein.

Nach Informationen von rbb und dem Spiegel soll es sich bei der Person in der Gartenlaube um den mutmaßlichen Attentäter Abdul B. gehandelt haben. Mehrere Medien, darunter auch Bild berichten zudem, dass der 21-Jährige bei dem Polizeieinsatz erschossen wurde.

Nach dem Anschlag am Rande des CSD fand am Sonntag ein Polizeieinsatz im Berliner Stadtteil Spandau statt.  © Fabian Sommer/dpa

26. Juli, 18.33 Uhr: "Liebe ist halal" - Gedenken an die Opfer des CSD-Angriffs

Über den Altar der Berliner Marienkirche sind Regenbogenflaggen gelegt, die Orgel spielt.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70) und mehrere Ministerinnen und Minister sind gekommen, um der Opfer des Anschlags beim Christopher Street Day zu gedenken. Aber es geht um mehr: um eine Botschaft wider den Hass.

Eine Kerze wird entzündet. Dann ist es an der Berliner Imamin Seyran Ates, daran zu erinnern, was alle in diesem christlichen Gotteshaus verbindet. Sie sagt: "Als Muslimin möchte ich an einen Vers aus dem Koran erinnern, der zu den wichtigsten ethischen Grundsätzen des Islam gehört: Wer einen Menschen tötet, so ist es, als hätte er die ganze Menschheit getötet.

Und wer einem Menschen das Leben erhält, so ist es, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten."

Ein schlimmer Anlass bringt trauernde Menschen in der Berliner Marienkirche zusammen - der Angriff am Rande des Christopher Street Day in Berlin.  © Christoph Soeder/dpa

26. Juli, 18.13 Uhr: Merz besucht Tatort im Berliner Tiergarten

Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hat den Tatort des Anschlags am Rande des Berliner CSD besucht.

Der CDU-Politiker machte sich nach einer Gedenk-Andacht auf den Weg zu der Stelle im Tiergarten und legte Blumen ab. Unter anderem mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hielt er kurz inne und gedachte der Opfer.

Ein Autofahrer hatte am Samstagabend im Berliner Tiergarten am Rande des CSD mehr als zwei Dutzend Menschen angefahren. Eine Frau starb, 29 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Die Polizei fahndet nach einem 21-jährigen Mann, der im Verdacht steht, den Anschlag verübt zu haben.

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