Neue Charité-Studie: App soll Brustkrebspatientinnen im Alltag besser helfen

Von Antje Kayser

Berlin - Kann eine App die Verfassung von Patientinnen mit Brustkrebs verbessern? Forschende der Berliner Charité und der Deutschen Krebsgesellschaft liefern Antworten.

Eine Studie der Berliner Charité bildet die Grundlage für eine neue App zur Unterstützung von Brustkrebspatientinnen. (Archivfoto)  © Monika Skolimowska/dpa

"Hatten Sie Schmerzen? Waren Sie selbst für Ihre gewohnten Tätigkeiten zu müde?" Mit Fragen zu Symptomen, Alltag und emotionaler Verfassung kann einer Studie zufolge die Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen gesteigert werden. Das haben Forschende der Berliner Charité und der Deutschen Krebsgesellschaft belegt. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift "Jama Oncology".

Kern des Projekts Pro B (Patient Reported Outcomes bei Brustkrebs) ist die App "ida care". Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs wurden einmal pro Woche zu ihren Symptomen, ihrem Alltag und ihrem Gemütszustand befragt.

Ein Algorithmus wertete die Antworten aus und meldete relevante Veränderungen an das Behandlungsteam. Dieses rief die Patientinnen innerhalb von 48 Stunden zurück.

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App ermöglicht ständige Betreuung

Mammografien dienen der Früherkennung von Brustkrebs. (Symbolfoto)  © Michael Hanschke/dpa

Die App ermögliche eine kontinuierliche Betreuung und Beurteilung der Symptome infolge der Erkrankung oder Therapie, erklärte Studienleiterin Maria Karsten, Leitende Oberärztin am Brustzentrum der Charité. Das Betreuungsteam wurde informiert, ohne dass die Patientinnen selbst vor Ort sein mussten. Eine Patientin habe gesagt, es sei "wie eine Ärztin in der Handtasche, die guckt, wie es mir geht", sagte Karsten der Deutschen Presse-Agentur.

Während der Therapie können zwischen den Klinikbesuchen bis zu mehrere Wochen liegen. "Der medizinische Blick" sei dadurch lückenhaft geworden, sagte Karsten. Diese Lücke werde durch das Konzept geschlossen.

Durch das Monitoring würden Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Atemnot oder Schmerzen früher erkannt. Es habe – auch durch angepasste Therapien – eine signifikante Verbesserung der Symptome gegeben, sagte Karsten. "Es führt dazu, dass man im Alltag besser zurechtkommt."

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Für die Studie wurden 909 Patientinnen im Alter von 19 bis 81 Jahren in 52 Brustkrebszentren ein Jahr lang begleitet. Rund die Hälfte erhielt zusätzlich zur medikamentösen Tumortherapie das PRO-B-Konzept. Diese Frauen berichteten über signifikant weniger Fatigue, also körperliche, emotionale oder mentale Erschöpfungszustände, die den Alltag stark einschränken können.

Studienleiterin Karsten geht davon aus, dass das Monitoring bald verfügbar sein wird: "Wir planen im letzten Quartal dieses Jahres in die Versorgung zu gehen." Auch der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses empfiehlt, das Konzept für alle gesetzlich Versicherten zugänglich zu machen.

Nach Angaben der Charité leben rund 68.000 Frauen in Deutschland mit metastasiertem Brustkrebs. In diesem Stadium ist die Erkrankung nicht heilbar, kann durch moderne Therapien aber oft über mehrere Jahre kontrolliert werden.

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