Neues Wahlplakat der CDU: SPD-Kultsatz bekommt eine konservative Wendung
Von Stefan Kruse
Berlin - CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers (46) bedient sich für sein neues Wahlplakat an der CDU-Zentrale in Berlin eines Satzes der SPD-Ikone Klaus Wowereit und sorgt damit für ein streitbares Revival.
An der Bundesgeschäftsstelle der CDU in Berlin-Tiergarten prangt jetzt ein überdimensionales Wahlplakat. Darauf blickt Stefan Evers, CDU-Spitzenkandidat für die Berlin-Wahl am 20. September, auf Passanten und vorbeifahrende Autos. Seine Botschaft: "Ich bin konservativ. Und das ist auch gut so."
Damit spielt er auf eine Aussage des früheren Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (72) an, der vor 25 Jahren auf einem Parteitag erklärte: "Ich bin schwul, und das ist auch gut so." Es war damals das erste Mal, dass ein deutscher Spitzenpolitiker offen seine Homosexualität aussprach.
Wowereit reagierte gelassen auf die Übernahme seines berühmten Satzes. "Dass Stefan Evers konservativ ist, das wissen wir", sagte er dem "Tagesspiegel". "Ob das auch gut ist, sei dahingestellt."
Koalition aus CDU und SPD regiert
Derzeit regiert in Berlin eine Koalition aus CDU und SPD. Finanz- und Kultursenator Evers ist erst seit kurzem Spitzenkandidat der CDU. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) war vor etwa einem Monat als Spitzenkandidat zurückgetreten. Grund waren Debatten und immer neue Enthüllungen über seine falschen Angaben zum Krisenmanagement während eines großen Stromausfalls im Januar.
In letzten Umfragen lagen CDU, Linke, AfD und Grüne in unterschiedlicher Reihenfolge vergleichsweise eng beieinander. Die SPD rangierte mit deutlichem Rückstand auf Platz fünf.
Titelfoto: Annette Riedl/dpa