Keine Hausaufgaben mehr? Grüne wollen sitzenbleiben in Berlin abschaffen

Berlin - Die Grünen im Abgeordnetenhaus sprechen sich gegen Hausaufgaben an Berliner Schulen aus. Aus ihrer Sicht sprechen gleich mehrere Argumente dagegen.

Nach der Schule noch Hausaufgaben erledigen zu müssen, halten die Grünen für falsch. (Symbolbild)
Nach der Schule noch Hausaufgaben erledigen zu müssen, halten die Grünen für falsch. (Symbolbild)  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

"Hausaufgaben sollen das im Unterricht Erlernte vertiefen, aber nicht einfach den Unterricht in die Freizeit auslagern. Denn das nimmt den Kindern und Jugendlichen die Zeit für Erholung und Familie", sagte der schulpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Louis Krüger, am Mittwoch der dpa.

"Daher beantragen wir, dass alle vertiefenden Übungen in der Schule stattfinden."

Damit verringere sich der Stress bei Schülern und Eltern. Gleichzeitig sei es ein Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit. "Das Bildungsniveau der Eltern und die häuslichen Rahmenbedingungen dürfen nicht entscheidend sein für die Erfüllung schulischer Aufgaben", so Krüger.

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Derzeit wird im Landesparlament über die Überarbeitung des Berliner Schulgesetzes beraten, am Donnerstag erneut im Bildungsausschuss.

Kritisch sehen die Grünen auch die schwarz-roten Vorstellungen zum Übergang von der Grundschule aufs Gymnasium. Fraktionsvorsitzende Bettina Jarasch (55) sprach sich für eine Eignungsprüfung aus.

Grüne wollen auf "freiwilliges Wiederholen" setzen

"Das Konzept des Probeunterrichts, wie ihn die Bildungssenatorin vorschlägt, ist dafür allerdings zu eindimensional gedacht und lässt viele Fragen offen", kritisierte die Grünen-Politikerin. "Hier muss dringend nachgearbeitet werden."

Für falsch halten die Grünen auch den Ansatz, Schüler wegen schlechter Zeugnisnoten das Schuljahr wiederholen zu lassen: "Nachdem schon an Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen das verpflichtende Sitzenbleiben abgeschafft wurde, schlagen wir vor, auch an Gymnasien nur noch auf freiwilliges Wiederholen zu setzen", erläuterte Jarasch. "Statt auf Druck zu setzen, stärken wir so Verantwortungsbewusstsein und Selbsteinschätzung."

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

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