Limonade bald teurer? Gesundheitsministerin für Zuckersteuer
Von Fabian Nitschmann
Berlin - In der Debatte über die Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen werden immer wieder auch präventive Gesundheitsmaßnahmen wie eine Zuckersteuer diskutiert - Berlins Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (59, SPD) würde eine solche Maßnahme begrüßen.
"Wichtig ist, dass wir die vorhandenen Mittel wirksamer und gezielter einsetzen, zum Beispiel in der Prävention oder bei einer besseren medizinischen Versorgung – das stärkt die Gesundheit der Menschen insgesamt und vermeidet und reduziert spätere Folgekosten. Ein Beispiel dafür ist die Einführung der sogenannten Zuckersteuer, für die ich mich schon seit langer Zeit starkmache", sagte Czyborra der "Berliner Morgenpost".
Ein Modell für eine Zuckersteuer findet sich auch in den 66 Empfehlungen, die eine Expertenkommission am Montag vorgelegt hat. Diese sollen verhindern, dass die Beiträge für die gesetzlichen Krankenkassen weiter steigen. Welche der Vorschläge umgesetzt werden, ist noch offen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (46, CDU) strebt an, bis zum Sommer Gesetzespläne ins Kabinett zu bringen.
Das vorgeschlagene Modell sieht für eine Zuckersteuer auf Limonaden und Colas gestaffelte Aufschläge vor: 26 Cent pro Liter bei einem Zuckergehalt von fünf bis unter acht Gramm pro 100 Milliliter und 32 Cent bei acht Gramm und mehr.
Gesundheitsexperten fordern eine solche Steuer seit Langem. Ein CDU-Bundesparteitag lehnte sie gerade erst ab, auch Bundesernährungsminister Alois Rainer (61, CSU) erteilte ihr schon eine Absage.
Titelfoto: Michael Ukas/dpa, Monika Skolimowska/dpa (Bildmontage)