Nach Wegner-Rückzug: Finanzsenator Evers soll Spitzenkandidat in Berlin werden

Berlin - Gut zwei Monate vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus tauscht die CDU in Berlin ihren Spitzenkandidaten aus. Nach dem Rückzug von Kai Wegner (53) soll Finanzsenator Stefan Evers (46) übernehmen.

Finanzsenator Stefan Evers (46) ist neuer Spitzenkandidat für die CDU für die Berliner Wahl zum Abgeordnetenhaus im September.  © Britta Pedersen/dpa

Darauf haben sich die CDU-Kreisvorsitzenden der Hauptstadt geeinigt, wie Fraktionschef Dirk Stettner (56) am Rande eines Treffens am Abend sagte. Endgültig darüber entscheiden muss der CDU-Landesvorstand. Evers soll nach Willen der Kreisvorsitzenden kommissarisch auch CDU-Landeschef werden.

Am Nachmittag hatte Berlins Regierender Bürgermeister Wegner auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz seinen Rückzug von der Spitzenkandidatur für die Wahl am 20. September angekündigt.

Der 53-Jährige zieht damit die Konsequenzen aus einer monatelangen Debatte um falsche Angaben zu seinem Krisenmanagement während des großen Stromausfalls im Berliner Südwesten Anfang Januar.

Berlin Politik CDU in der Wegner-Krise: Tritt der Bürgermeister doch nicht mehr an?

Wegner verschwieg zunächst, dass er am ersten Tag der Krise mittags eine Stunde Tennis gespielt hatte. In der Zeit danach kamen immer wieder Ungereimtheiten zu seinem Tagesablauf am 3. Januar ans Licht.

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Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) tritt bei der kommenden Wahl in Berlin nicht als Spitzenkandidat seiner Partei an.  © Fabian Sommer/dpa

Wahl am 20. September

Den Wahlkampf der CDU hatte das zunehmend belastet. Große Unruhe in der Partei und zuletzt Rückzugsforderungen aus den eigenen Reihen waren die Folge. Als Regierender Bürgermeister will Wegner bis zur Wahl am 20. September und der Bildung eines neuen Senats danach im Amt bleiben.

Als Spitzenkandidat soll nun Evers übernehmen. Der 46-Jährige ist seit 2023 Finanzsenator und hatte zuletzt nach dem Rücktritt von Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (56, parteilos) im Frühjahr auch die Leitung des Kulturressorts übernommen. Die Menschen in Berlin wählen am 20. September ein neues Landesparlament.

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