Tag der Deutschen Einheit: Berliner Politiker mahnen Zusammenhalt an

Berlin - Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit am Montag haben Berliner Politikerinnen und Politiker zum gesellschaftlichen Zusammenhalt aufgerufen - gerade im Hinblick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und die Energiekrise. Sie mahnten zudem, Freiheit und Demokratie entschlossen zu verteidigen.

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (44, SPD) hat zum Tag der Deutschen Einheit betont, dass das Ende des Kalten Krieges ganz Europa und die gesamte Welt zum Besseren verändert hat.
Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (44, SPD) hat zum Tag der Deutschen Einheit betont, dass das Ende des Kalten Krieges ganz Europa und die gesamte Welt zum Besseren verändert hat.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

"Die Deutsche Einheit ist ein großes Geschenk an uns alle", erklärte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (44, SPD) zum 32. Jahrestag der Wiedervereinigung.

"Durch das Ende des Kalten Krieges und den Mauerfall als einmaligen Glücksfall der Geschichte hat sich unser Land, ganz Europa und die gesamte Welt zum Besseren verändert." Diese Errungenschaften gelte es zu schützen.

"Wir sind in 32 Jahren zusammengewachsen und geben ein klares Bekenntnis für die freiheitliche, liberale Demokratie ab", so Giffey. "Daran werden wir weiterarbeiten und uns nicht spalten lassen. Nicht durch neue Nationalismen in Europa und nicht durch Russlands Krieg. Die Freiheit wird, wie 1989, siegen."

Giffey an Lehrkräfte: "Kommt nach Hause - hier ist es am schönsten!"
Berlin Politik Giffey an Lehrkräfte: "Kommt nach Hause - hier ist es am schönsten!"

Der CDU-Partei- und -Fraktionsvorsitzende Kai Wegner (50) nannte den 3. Oktober einen Freudentag für Deutschland und Berlin.

Wegner: Teilung Berlins überwunden, innere Einheit muss aber noch vollendet werden

Der CDU-Partei- und -Fraktionsvorsitzende Kai Wegner (50) hat die Bürger dazu aufgefordert, in der Energiekrise als Volk zusammenzustehen.
Der CDU-Partei- und -Fraktionsvorsitzende Kai Wegner (50) hat die Bürger dazu aufgefordert, in der Energiekrise als Volk zusammenzustehen.  © Christophe Gateau/dpa

"Aus der geteilten Stadt wurde eine pulsierende und weltoffene Metropole. Berlin ist heute das anerkannte politische Zentrum Deutschlands und ein Sehnsuchtsort für alle freiheitsliebenden Menschen dieser Welt", erklärte er am Sonntag.

Die Teilung Berlins sei überwunden, die innere Einheit müsse aber noch vollendet werden.

"In der Energiepreiskrise müssen wir als Volk zusammenstehen", so Wegner weiter. "Wir müssen den Wohlstand, den wir in über drei Jahrzehnten seit dem Mauerfall gemeinsam erarbeitet haben, jetzt gemeinsam schützen und für die Zukunft bewahren."

Berliner Chaos-Wahl beschäftigt Innenausschuss in Sondersitzung
Berlin Politik Berliner Chaos-Wahl beschäftigt Innenausschuss in Sondersitzung

Dafür sei ein handlungsfähiger Staat nötig, der die Daseinsvorsorge für seine Bürger garantiert. "Als Demokraten müssen wir den Rattenfängern von den extremistischen Rändern widerstehen, die unsere Gesellschaft spalten wollen", fügte der CDU-Politiker hinzu.

FDP-Chef Czaja

FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja (39) hat an die Fortschritte erinnert, die Berlin seit der Wiedervereinigung gemacht hat.
FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja (39) hat an die Fortschritte erinnert, die Berlin seit der Wiedervereinigung gemacht hat.  © Monika Skolimowska/dpa

FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja (39) erklärte: "Der Tag der Deutschen Einheit erinnert uns daran, dass Zusammenhalt ein Teil unserer nationalen DNA ist. Gerade in dieser angespannten Zeit schenkt dieser Tag uns Hoffnung. Wir haben in Berlin so vieles geschafft - wir sind stark genug, um auch diese Krise zu meistern, wenn wir zusammenstehen."

Der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Dennis Buchner, hatte bereits am Freitag deutlich gemacht, dass er noch immer "große Unterschiede zwischen dem West- und dem Ostteil Deutschlands" sieht.

"Es muss daher Ziel aller politischen, aber auch gesellschaftlichen Bemühungen sein, soziale und wirtschaftliche Benachteiligungen abzubauen, Verständnis für unterschiedliche Lebensleistungen und Lebenswege zu fördern und immer wieder neue Brücken zwischen den Menschen in unserem Land zu bauen", erklärte der SPD-Politiker.

Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa, Christophe Gateau/dpa, Bernd von Jutrczenka/dpa (Bildmontage)

Mehr zum Thema Berlin Politik: