Umfrage zeigt: AfD auch in Berlin auf Vormarsch

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Fabian Nitschmann, Thorsten Meiritz

Berlin - Fünf Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus deutet einer Umfrage zufolge weiter vieles darauf hin, dass die Hauptstadt künftig von einem Dreierbündnis regiert wird.

"Berlin. Stark. Machen." ist der Slogan, den sich die AfD für die kommende Abgeordnetenhauswahl auf die Fahne geschrieben hat.
"Berlin. Stark. Machen." ist der Slogan, den sich die AfD für die kommende Abgeordnetenhauswahl auf die Fahne geschrieben hat.  © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Laut einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von "B.Z." liegt die CDU des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (53) mit 21 Prozent vorn, gefolgt von SPD und AfD mit jeweils 17 Prozent. Dahinter folgen Grüne und Linke mit jeweils 15 Prozent.

Die Umfrage zeigt aber auch deutlich, dass die AfD in der Hauptstadt auf dem Vormarsch ist. Entfielen bei der Wiederholungswahl im Februar 2023 noch 9 Prozent der Stimmen auf die Rechtspopulisten, hat sich der Anteil inzwischen fast verdoppelt.

Damit macht die Alternative für Deutschland einen Sprung von Platz fünf auf Platz zwei und übt auch heftigen Druck auf die CDU aus - und das in einer Metropole, in der von 2016 bis 2023 noch die Linken mitregiert haben.

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Auf Basis dieser Werte könnte die Koalition aus CDU und SPD mangels Mehrheit nicht weiterregieren. Möglich wären Dreierbündnisse etwa aus CDU, SPD und Grünen oder aus SPD, Grünen und Linken.

Eine Regierungsbeteiligung der AfD ist sehr unwahrscheinlich, weil mehrere Parteien eine Zusammenarbeit ausgeschlossen haben.

Kann Kai Wegner seinen Wahlsieg von 2023 wiederholen?

Kai Wegner (53, CDU) konnte 2023 einen überlegenen Wahlsieg mit seiner Partei feiern, gerät jetzt aber zunehmend unter Druck.
Kai Wegner (53, CDU) konnte 2023 einen überlegenen Wahlsieg mit seiner Partei feiern, gerät jetzt aber zunehmend unter Druck.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die FDP (3 Prozent) liegt in der aktuellen Umfrage ebenso unter der Fünf-Prozent-Hürde wie das BSW (4 Prozent). Sonstige Parteien vereinen zusammen 8 Prozent auf sich. Im Vergleich zu einer Erhebung Ende Februar gab es über alle Parteien hinweg kaum Bewegungen.

Zum Vergleich: Bei der Wiederholungswahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2023 war die CDU mit 28,2 Prozent der Zweitstimmen der klare Sieger. SPD und Grüne kamen auf jeweils 18,4 Prozent, wobei die Sozialdemokraten wenige Stimmen mehr hatten. Die Linke bekam 12,2 Prozent.

Für die aktuelle Insa-Umfrage wurden 1000 Menschen vom 7. bis 14. April befragt. Die Fehlertoleranz liegt bei rund drei Prozentpunkten.

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Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.

Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.

Titelfoto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa, Bernd von Jutrczenka/dpa (Bildmontage)

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