Von Andreas Heimann und Stefan Kruse
Berlin - Im vergangenen Jahr sind erheblich weniger Flüchtlinge nach Berlin gekommen als 2024. Das teilte das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) mit.
Demnach nahm das LAF 2025 14.917 geflüchtete Menschen neu auf, das waren rund 30 Prozent weniger als im Jahr davor (2024: 21.157 Personen).
"Der deutliche Rückgang an Asylsuchenden hat dafür gesorgt, dass vor allem der Bereich Leistungsgewährung spürbar entlastet werden konnte", sagte LAF-Präsident Steffen Weickert.
Ab September habe es allerdings einen sprunghaften Anstieg von Geflüchteten aus der Ukraine gegeben, insbesondere von jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 22 Jahren, so dass im Ergebnis fast das Niveau des Vorjahres erreicht worden sei.
Bei den Asylsuchenden sanken die Zahlen um rund 44 Prozent: 2025 wurden 5.970 Asylbewerber in Berlin aufgenommen, die Erst- oder Folgeanträge stellten. Im Jahr davor waren es 10.749. Die häufigsten Herkunftsländer waren Vietnam, Moldau, Afghanistan, die Türkei und Syrien.
Bei den Geflüchteten aus der Ukraine gab es einen Rückgang von rund 14 Prozent: Im Ankunftszentrum Tegel wurden 8.947 ukrainische Geflüchtete für Berlin registriert, 2024 waren es 10.408 Personen gewesen. Zuletzt kamen viele junge Männer aus der Ukraine.
Die Unterkünfte sind weiter stark ausgelastet: So lebten zum Jahresbeginn 2026 rund 38.000 geflüchtete Menschen in Unterkünften des LAF.
Immer noch Menschen in Notunterkünften
5000 dieser Personen sind nicht in regulären Wohnheimen, Wohnhäusern oder Container-Dörfern untergebracht: 3300 fanden zunächst in Hostels oder Hotels ein Dach über dem Kopf, 1347 in der Notunterkunft Tempelhof und 480 in einem Ankunftszentrum in Reinickendorf.
Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren rund 41.400 Flüchtlinge vom LAF untergebracht.
"Durch die Entscheidung, das Wohncontainerprogramm auszusetzen, wird sich die Zahl der regulären Unterkunftsplätze in 2026 kaum erhöhen", blickt das LAF in seiner Bilanz voraus. "Zwar entstehen 1166 neue Plätze, doch 820 Plätze fallen weg durch notwendige Schließungen von Standorten. Im Ergebnis entsteht lediglich ein Plus von 346 regulären Plätzen."
Dem stehe ein Bedarf von 5000 Menschen gegenüber, die noch immer in Notunterkünften oder Hotels lebten.
Die Koalitionsspitzen von CDU und SPD hatten im November 2025 angekündigt, das zuletzt noch elf Standorte umfassende Programm für neue Wohncontainer zu stoppen. Zu Begründung hieß es, die Unterkünfte seien vorerst nicht erforderlich.