Von Marion van der Kraats
Berlin - Ein Mädchen soll in einem Neuköllner Jugendzentrum von Jugendlichen vergewaltigt worden sein. Mehrere Parteien fordern nun den Rücktritt von Jugendstadträtin Sarah Nagel (41, Linke).
CDU-Fraktionschef Markus Oegel nannte den Vorfall "skandalös" und kündigte eine Abstimmung über den Abwahlantrag für Mai an. Auch die Grünen verlangen "lückenlose Aufklärung" und setzen Fristen. Einen Zwischenbericht soll es bis 1. Juni geben, einen Abschlussbericht bis 1. September 2026.
Der Jugendclub ist vorübergehend geschlossen. Die 16-Jährige soll Ende 2025 vergewaltigt und bedrängt worden sein, doch die Polizei wurde erst durch die Anzeige des Vaters am 23. Februar informiert. Das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Berlin ermitteln, unter anderem wegen Strafvereitelung im Amt.
Weder das Jugendzentrum noch das Jugendamt erstatteten zunächst Anzeige. Es wird diskutiert, ob der Vorfall aus Rücksicht auf die Herkunft der mutmaßlichen Täter nicht gemeldet wurde.
Das Jugendamt widerspricht jedoch und betont, dass mutmaßliche Täter unabhängig von ihrer Herkunft nicht geschützt werden.