Senat streicht Geld für Streetwork am Kotti: Bezirk spricht von "Katastrophe"

Berlin - Der Berliner Senat will die Finanzierung des Gangway-Projekts einstellen. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg reagiert empört – und warnt vor dramatischen Folgen für junge Menschen vor Ort.

Rund um das Kottbusser Tor in Berlin sind viele junge Menschen von problematischem Drogenkonsum betroffen.  © Felix Zahn/dpa

Seit April 2025 sind Streetworker von Gangway e. V. regelmäßig rund um das Kottbusser Tor im Einsatz, um Jugendliche und junge Erwachsene mit problematischem Drogenkonsum, instabilen Lebensverhältnissen und akuten Krisen zu unterstützen.

Doch nun sollen die zugesicherten Mittel gestrichen werden: Rund 100.000 Euro pro Jahr will der Senat künftig nicht mehr bereitstellen. Damit wäre die Weiterführung und Verstetigung des Projekts unmöglich.

Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (40, Grüne) findet deutliche Worte: "Es ist unfassbar und äußerst bedauerlich, dass der Senat die Mittel für ein derart zentrales Projekt streichen will – obwohl der Regierende Bürgermeister die Fortführung aller Gelder aus dem Sicherheitsgipfel mehrfach zugesagt hat", so Herrmann.

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In Berlin bleiben die Drogentodesfälle seit Jahren auf hohem Niveau, zuletzt ist auch die Zahl der Todesfälle bei jungen Erwachsenen unter 30 Jahren gestiegen. Eine Einstellung des Angebots wäre "eine Katastrophe für die Jugendlichen vor Ort" – mit spürbaren Folgen für den gesamten Sozialraum rund um das Kottbusser Tor.

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Der Bezirk appelliert nun eindringlich an den Senat, die Finanzierung doch noch zu sichern. Ob die Streetworker von Gangway auch künftig am Kotti unterwegs sein können, ist derzeit offen.

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