Trotz Gänsehaut-Ansprache und Pokalsieg: Aufstiegsaspirant der Regionalliga sucht neuen Trainer

Berlin - Kuriose Welt bei der VSG Altglienicke! Der Regionalliga-Klub krönte sich am Samstag zum zweiten Mal in seiner Geschichte zum Berliner Pokalsieger – trotzdem sucht der Aufstiegsanwärter einen neuen Vorturner an der Linie!

Dan Twardzik (35) hat seit März an der Seitenlinie das Sagen und führte die VSG zum Berliner Pokalsieg.  © Matthias Koch/dpa

Dan Twardzik (35) heißt Altglienickes Erfolgstrainer – doch wie lange noch? Wie TAG24 aus Branchenkreisen erfuhr, klopft die VSG im Hintergrund verschiedene Optionen ab.

Aus Respekt vor Twardziks Leistung, der die VSG Mitte März von Ersan Parlatan (48) übernommen hatte, will der Verein die Trainersuche nicht an die große Glocke hängen.

Zumal die Bilanz des als Interimstrainer installierten Twardzik beachtlich ist: In zwölf Pflichtspielen fuhr er sechs Siege ein, holte in der Liga 16 Punkte und brachte vor allem die Truppe hinter sich. Unter Vorgänger Parlatan hatte es am Ende zwischenmenschlich überhaupt nicht mehr gefunkt.

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Mehr denn je ging Twardziks ergreifende Ansprache vor dem Pokalsieg unter die Haut. Ein Video auf Instagram dokumentierte eindrucksvoll seine Motivationskünste:

"Ich habe noch nie so viele in Blau draußen gesehen. Noch nie! Die sind wegen euch hier. Eure Bekannte, eure Freunde, eure Familie, eure Kinder! Geht da raus und macht alle da draußen für euch stolz", heizt der 35-Jährige sein Team darin ein.

Die VSG bog an diesem Tag gegen den BFC Dynamo nicht nur einen Rückstand um, sondern quälte sich in Unterzahl in die Verlängerung. Mit einem Mann weniger markierte Altglienicke durch Jonas Nietfeld (32) den Siegtreffer (2:1 n.V.).

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Dan Twardzik könnte bei der VSG Altglienicke als Trainer wieder ins zweite Glied zurückrücken

Nach Abpfiff gab es für Twardzik (l.) und Kapitän Philip Türpitz (34, 2.v.l.) kein Halten mehr.  © Matthias Koch/dpa

Weshalb die Südostberliner dennoch an einen Trainerwechsel denken: Die VSG will kommende Saison mit aller Macht hoch in die 3. Liga und den direkten Aufstiegsplatz nutzen.

Möglicherweise käme diese Druck-Aufgabe für Twardzik, der vor fünf Jahren nach seinem verletzungsbedingten Karriereende auf Trainer umsattelte und die A-Lizenz besitzt, zu früh. Rückt er zurück ins zweite Glied?

Nach dem Pokalerfolg ließ der Ex-VSG-Keeper auf der Pressekonferenz seine künftige Rolle offen: "Das wird sich, denke ich mal, in den nächsten Tagen klären. Für mich war jetzt der absolute Fokus auf dem Pokalfinale. Es gab natürlich hier und da schon Gespräche mit dem Verein. Wenn's dann was zu verkünden gibt, werden wir das verkünden."

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TAG24 weiß: Unter anderem warf auch ein Verantwortlicher eines Aufstiegskonkurrenten vor Wochen seinen Hut in den Ring – blitzte aber bei den VSG-Köpfen um Daniel Böhm (49) und Torsten Mattuschka (45) ab.

Auch eine Verpflichtung des langjährigen Nordost-Trainers Markus Zschiesche (44) ist kein Thema.

Tabelle Regionalliga Nordost

POS VEREIN Sp. +/- Pkt.
1 1. FC Lokomotive Leipzig 34 65:30 72
2 FC Carl Zeiss Jena 34 65:35 72
3 FSV Zwickau 34 52:44 64
4 Hallescher FC 34 63:36 63
5 FC Rot-Weiß Erfurt 34 68:47 61
6 VSG Altglienicke 34 50:40 53
7 Chemnitzer FC 34 56:52 51
8 BFC Preussen 34 50:55 50
9 1. FC Magdeburg II 34 61:55 49
10 FSV 63 Luckenwalde 34 36:45 43
11 SV Babelsberg 03 34 67:65 41
12 BFC Dynamo 34 45:50 40
13 BSG Chemie Leipzig 34 43:49 40
14 Hertha BSC II 34 46:60 40
15 Greifswalder FC 34 40:45 38
16 ZFC Meuselwitz 34 44:61 33
17 FC Eilenburg 34 35:68 23
18 Hertha 03 Zehlendorf 34 30:79 14

Der Meister 2026 spielt am Ende der Saison in zwei Aufstiegsspielen gegen den Meister der Regionalliga Bayern. Der Sieger steigt in die 3. Liga auf. Es steigen maximal vier Mannschaften in Abhängigkeit der Absteiger aus der 3. Liga ab.

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