Stromausfall in Berlin: 45.000 Haushalte noch bis Donnerstag betroffen!

Von Verena Schmitt-Roschmann

Berlin - Der Stromausfall im Südwesten Berlins könnte nach Einschätzung von Stromnetz Berlin für viele der Zehntausenden Betroffenen bis nächsten Donnerstag dauern.

Mehrere Haushalte im Berliner Südwesten haben zurzeit keinen Strom.  © Michael Kappeler/dpa

Grund ist der sehr aufwendige Bau von Ersatzleitungen nach dem Brand einer Kabelbrücke über den Teltow-Kanal, wie ein Sprecher mitteilte. Nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin seien 45.400 Haushalte und 2200 Gewerbebetriebe ohne Strom.

Auch Pflegeheime und Krankenhäuser seien betroffen, ergänzte er. Kliniken seien meist sehr gut auf Stromausfälle vorbereitet, das sei etwas "was sie üben und was sie können", sagte der Sprecher. "Wann genau der Strom wieder fließt, ist noch unklar", sagte der Sprecher. Die Versorgung werde schrittweise wieder hergestellt.

Betroffen seien die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Ursache sei der Brand einer Kabelbrücke über den Teltowkanal, der mehrere Kabel zum nahegelegenen Kraftwerk Lichterfelde beschädigt habe.

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Das Feuer sei inzwischen gelöscht. Die Brandursache sei noch unklar, sagte der Sprecher. Polizei und Feuerwehr seien vor Ort. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus.

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Vergleichbarer Ausfall wie im September

Im September hatte das Stromnetz Berlin einen ähnlich großen Stromausfall verzeichnet.  © Christoph Soeder/dpa

Von der Dimension ist der Stromausfall nach seinen Worten vergleichbar mit einem ähnlichen Fall im September im Südosten Berlins. Auch dort sprach der Betreiber Stromnetz Berlin von zunächst 50.000 Kunden. Der Stromausfall zog sich über Tage hin. Ursache damals war ein politisch motivierter Brandanschlag auf zwei Strommasten.

Diesmal gab es von der Polizei zunächst keine Informationen über mögliche Ursachen. Ein Polizeisprecher ist unterwegs zur Brandstelle. Die Polizei wies in sozialen Netzwerken darauf hin, dass durch den Stromausfall auch Mobil- und Festnetzverbindungen beeinträchtigt sein könnten. Einsatzkräfte seien vor Ort.

In dringenden Fällen sollten Menschen die Polizisten direkt ansprechen oder auf die nächste Wache oder Feuerwache gehen. "Bleiben Sie aufmerksam, helfen Sie gegebenenfalls Nachbarinnen beziehungsweise Nachbarn und wählen Sie den direkten Weg zur nächsten Wache, falls ein Notruf nicht möglich ist", hieß es in einem Post auf X.

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Stromnetz Berlin hatte auf seiner Webseite zunächst nur die betroffenen Straßenzüge Bürgipfad, Lichterfelder Ring, Silzer Weg und Umgebung genannt und erklärt, die Störung werde voraussichtlich gegen 18.30 Uhr behoben sein. Eine feste Zeit wollte Sprecher Beuster nun nicht mehr nennen.

Erstmeldung am 3. Januar um 9.33 Uhr, aktualisiert um 15.04 Uhr.

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