Wegner zu Stromausfall: Täter sind "offenkundig Linksextremisten"

Von Fabian Nitschmann, Stefan Kruse

Berlin - Nun steht fest: Der große Stromausfall im Südwesten Berlins ist Folge eines politisch motivierten Anschlags.

Kai Wegner (53, CDU, M.) und Iris Spranger (64, SPD) besuchten am Sonntag eine Notunterkunft.
Kai Wegner (53, CDU, M.) und Iris Spranger (64, SPD) besuchten am Sonntag eine Notunterkunft.  © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Wie der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) sagte, waren die Täter "offenkundig Linksextremisten". Am frühen Samstagmorgen hatte der Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde wichtige Leitungen beschädigt. "Es ist inakzeptabel, dass erneut offenkundig Linksextreme unser Stromnetz angreifen und damit Menschenleben gefährden", sagte Wegner.

Der Anschlag sorgt seit dem frühen Samstagmorgen für einen großen Stromausfall, von dem zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2200 Unternehmen betroffen waren. Inzwischen konnten 7000 Haushalte und 150 Gewerbekunden wieder angeschlossen werden, wie Stromnetz Berlin mitteilte. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde.

Die Schäden am Stromnetz sind nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin so schwerwiegend und die Reparatur so kompliziert, dass die Notlage außergewöhnlich lange dauern wird. Erst am Donnerstagnachmittag könnten voraussichtlich alle Stromkunden wieder versorgt werden.

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Nach dem Brand tauchte ein Bekennerschreiben auf, das vom für politische Straftaten zuständigen Staatsschutz auf Echtheit geprüft wurde.

Brandsätze an Hochspannungskabeln

Für die Reparatur der Kabel brauche es speziell ausgebildete Experten.
Für die Reparatur der Kabel brauche es speziell ausgebildete Experten.  © Stefan Kruse/dpa

Bereits am Samstag sagte eine Sprecherin von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (47, SPD), dass von einer mutwilligen Tat ausgegangen werde. Die betroffenen, sehr dicken Hochspannungskabel wären sonst kaum derart zu beschädigen.

Es seien Brandsätze direkt unter den Kabeln platziert worden, sagte Giffey am Samstagabend in der rbb-"Abendschau".

Ein Sprecher von Stromnetz Berlin sagte der dpa, dass derzeit an zwei Stellen gearbeitet werde: Zum einen werde die beschädigte Kabelbrücke am Teltowkanal repariert, zum anderen werde an einer provisorischen Lösung für die betroffenen Haushalte gearbeitet. Aktuell gehe man davon aus, dass die provisorische Lösung schneller fertig sei.

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Für die Verbindungen der beiden Technologien brauche es speziell ausgebildete Experten, Plusgrade, eine rund 14 Meter lange, tiefe Baugrube und eine möglichst staubfreie Umgebung. Stromnetz Berlin habe viele Unterstützungsangebote bekommen, doch für diese technologische Herausforderung sei eben etwas Zeit nötig.

Titelfoto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

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