Toleranz-Lücke in der Hauptstadt: Jeder Fünfte ekelt sich noch vor Küssen zwischen Homosexuellen

Berlin - Berlin gilt als weltoffen und liberal – doch der Berlin-Monitor 2025 zeigt: Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ist längst nicht für alle selbstverständlich.

Die sogenannte Progress-Pride-Fahne steht besonders für die Rechte von Inter- und Transpersonen. (Archivfoto)
Die sogenannte Progress-Pride-Fahne steht besonders für die Rechte von Inter- und Transpersonen. (Archivfoto)  © Manuel Genolet/dpa

Sieben Prozent der Befragten lehnen sie komplett ab, weitere 29 Prozent zeigen zumindest teilweise Vorbehalte. Besonders brisant: Rund 20 Prozent, also jeder fünfte Berliner, finden es sogar eklig, wenn sich Homosexuelle in der Öffentlichkeit küssen.

Die größten Vorurteile stecken nicht bei den Ältesten fest, sondern bei den 25- bis 50-Jährigen. In diesen Altersgruppen ist die Ablehnung über alle Bereiche hinweg am stärksten.

Bei Älteren ist vor allem Homosexuellenfeindlichkeit ausgeprägt, bei Jüngeren eher Transfeindlichkeit und Antifeminismus.

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Ein "Aussterben" solcher Einstellungen über Generationen hinweg? Fehlanzeige.

Politische Einstellung spielt zentrale Rolle

Im Jahr 2025 gab es zahlreiche rechtspolitische Gegenproteste anlässlich des Christopher Street Days. (Archivfoto)
Im Jahr 2025 gab es zahlreiche rechtspolitische Gegenproteste anlässlich des Christopher Street Days. (Archivfoto)  © Christoph Soeder/dpa

Wer sich rechts einordnet, lehnt Vielfalt deutlich stärker ab. Im rechten Lager sehen 62 Prozent Transgeschlechtlichkeit als Gefahr für die Gesellschaft.

Entscheidend ist dabei das Weltbild: Menschen, die bestehende Hierarchien bewahren wollen, ordnen queere Personen und Frauen bewusst unter.

Autoritäre Einstellungen, Verschwörungsglaube und intensive Social-Media-Nutzung verstärken Vorurteile zusätzlich – vor allem gegenüber transgeschlechtlichen Menschen.

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Fazit: Die Mehrheit der Berliner steht zwar hinter demokratischen Grundwerten. Doch die Ablehnung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt bleibt ein hartnäckiges Problem – und wirkt in manchen Kreisen wie ein Katalysator für antidemokratische Strömungen.

Titelfoto: Manuel Genolet/dpa

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