Berlin - Mitten in einer Spielstraße dröhnte plötzlich ein Auto durch den Kiez. Weil in der Gegend mehrere Kitas liegen und damit sehr viele Kinder unterwegs sind, schaute die Polizei genauer hin und bewies den richtigen Riecher.
Die Beamten kontrollierten am Dienstag den verkehrsberuhigten Bereich an der Schillerstraße Ecke Weimarer Straße in Charlottenburg. Dort gilt Schritttempo. Dabei fiel den Einsatzkräften ein extrem tiefergelegtes Auto auf.
Der Wagen sei so laut gewesen, "als würde gerade eine Baustelle eröffnet werden", schrieb die Polizei am Mittwoch auf Facebook.
Bei der Kontrolle fanden die Beamten gleich mehrere Umbauten: einen Sportluftfilter, eine veränderte Abgasanlage, eine sogenannte Downpipe und ein Fahrwerk für maximale Tieferlegung. Besonders brisant: Der Vorschalldämpfer fehlte komplett. Stattdessen war nur ein Rohr verbaut.
Die Folge: Der Wagen erreichte laut Polizei 107 Dezibel, erlaubt sind 81. Die Polizei stellte einen Vergleich an: Das entspricht ungefähr der Lautstärke eines Presslufthammers, schrieben die Beamten weiter in dem Posting.
Polizei registriert bei der Kontrolle in Charlottenburg 19 Tempo-Verstöße
Als wäre der ohrenbetäubende Lärm noch nicht wild und rücksichtslos genug, stiegen laut Polizei durch die Umbauten auch die Abgas- und CO2-Werte deutlich an.
Für den Fahrer war die Tour damit beendet. Die Polizei stellte das Auto sicher. Jetzt soll ein Gutachter prüfen, wie massiv der Wagen verändert wurde.
Bei der Kontrolle in Charlottenburg fiel den Beamten noch mehr auf. Innerhalb kurzer Zeit registrierten sie 19 Tempo-Verstöße.
Dazu kamen drei Fälle ohne Führerschein, zwei Fahrer ohne mitgeführte Fahrerlaubnis und mehrere weitere Verstöße wurden registriert.