Während Berliner ohne Strom waren: Wegner ging Tennis spielen, um den "Kopf freizukriegen"

Von Andreas Heimann

Berlin - Während des großflächigen Stromausfalls im Berliner Südwesten musste sich Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) am ersten Tag der Störung offenbar mit Sport ablenken.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) muss sich der Kritik aus Medien und Politik stellen.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) muss sich der Kritik aus Medien und Politik stellen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Gegenüber Welt TV gab er zu: "Ich habe von 13 bis 14 Uhr Tennis gespielt, weil ich einfach den Kopf freikriegen wollte." Er sei dabei jedoch jederzeit erreichbar gewesen, das Handy habe er auf laut gestellt. Anschließend sei er sofort zurückgefahren und habe weitergearbeitet.

Zuvor hatte der RBB über den Vorfall berichtet. Eine Senatssprecherin erklärte, Wegner sei bereits nach 8 Uhr über den Stromausfall informiert worden und habe zunächst mehrere Telefonate geführt – unter anderem mit dem Kanzleramt, dem Innenministerium und verschiedenen Senatsverwaltungen.

Die Reaktionen aus der Politik folgten umgehend: AfD und FDP forderten den Rücktritt des Regierenden Bürgermeisters. Auch der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach (46) sowie Die Linke äußerten scharfe Kritik.

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Wegner wies die Vorwürfe am Sonntag zurück. Nach dem Besuch einer Notunterkunft sagte er: "Ich habe mich gestern weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt, sondern ich war den ganzen Tag am Telefon." Er habe versucht, zu koordinieren und sich bestmöglich zu informieren. Am Samstag sei er zu Hause gewesen und habe sich in sein Büro eingeschlossen, so Wegner weiter.

Nach Angaben Wegners waren insgesamt rund 100.000 Menschen von dem Blackout betroffen, viele mussten in Notunterkünften und kalten Wohnungen ausharren. Erst nach vier Tagen konnte die Stromversorgung im Laufe des Mittwochs wiederhergestellt werden.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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