XXL-Tram nimmt Fahrt auf: Was der Urbanliner alles kann

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Von Matthias Arnold

Berlin - Nach mehrjähriger Verzögerung ist eine neue Tram der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erstmals im Fahrgastbetrieb gestartet. Der erste sogenannte Urbanliner nahm am Morgen um 9.43 Uhr in Berlin-Weißensee den Betrieb auf der Linie M4 auf. Es ist eine der meistgenutzten Linien im Berliner Straßenbahnnetz, wie die BVG mitteilte.

Meilenstein mit deutlicher Verspätung: Franziska Giffey (48, SPD, 2.v.l.), BVG-Chef Henrik Falk (56) und Verkehrssenatorin Ute Bonde (59, CDU, r.) können endlich den Urbanliner in Betrieb nehmen.
Meilenstein mit deutlicher Verspätung: Franziska Giffey (48, SPD, 2.v.l.), BVG-Chef Henrik Falk (56) und Verkehrssenatorin Ute Bonde (59, CDU, r.) können endlich den Urbanliner in Betrieb nehmen.  © Christophe Gateau/dpa

"Mit diesen Neuwagen stellen wir nach der U-Bahn- auch die Straßenbahnflotte für die nächsten Jahrzehnte leistungsfähig auf", hieß es von BVG-Chef Henrik Falk. Die Fahrzeuganschaffung sei Teil von Milliardeninvestitionen, die das Unternehmen in den nächsten Jahren in die eigene Flotte und die Infrastruktur vornehmen will. Doch was zeichnet den "Urbanliner" aus - und warum kommt er so spät?

Der "Urbanliner" ist mit etwas mehr als 50 Metern Länge gut zehn Meter länger als das nächstgrößere Trammodell, der sogenannte Flexity. Der Einstieg sowie der Innenraum des Fahrzeugs sind vollständig barrierefrei gestaltet.

Die neue Tram bietet Platz für 303 Fahrgäste, es gibt 88 Sitzplätze. Das sind insgesamt 70 Plätze mehr als im Flexity. Auch der Innenraum wirkt geräumiger als bei den Vorgänger-Baureihen. Neben Mehrzweck-Bereichen für Rollstühle und Rollatoren gibt es Sitze in verschiedenen Höhen - etwa in einer Sitzhöhe von 40 Zentimetern für kleine und kleinwüchsige Fahrgäste.

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Der "Urbanliner" kommt ohne Rückspiegel aus. Stattdessen sollen Kameras sämtliche Winkel um das Fahrzeug herum abdecken. "Nicht einsehbare Bereiche gibt es quasi nicht mehr", teilte die BVG mit. Ein Assistenzsystem warnt die Fahrerinnen und Fahrer zudem vor Hindernissen im Fahrbereich. 

Der "Urbanliner" sollte längst in Betrieb sein

Blick ins Innere der neuen Tram.
Blick ins Innere der neuen Tram.  © Christophe Gateau/dpa

Anders als bei der U-Bahn gibt es im Berliner Straßenbahnverkehr laut BVG kein Problem mit der Zuverlässigkeit durch wartungsanfällige, veraltete Fahrzeuge. Der "Urbanliner" soll daher kein Stabilitätsproblem lösen, sondern vor allem Sitzplatzkapazitäten auf wichtigen Linien erweitern. Insgesamt hat das Unternehmen 65 Züge bei Alstom bestellt.

30 davon sollen bis 2028 ausgeliefert sein und die bisher auf der M4 fahrende GT6-Baureihe vollständig ablösen. Bis 2030 sollen dann die übrigen Fahrzeuge kommen und auch auf anderen Linien eingesetzt werden.

Der "Urbanliner" sollte längst in Betrieb sein. Als das Fahrzeug im Sommer 2024 bei der BVG in den Testbetrieb ging, wurde ein Einsatz im Fahrgastbetrieb für das erste Quartal 2025 angekündigt. Im Februar dieses Jahres gab es dann einen neuen Termin für die Inbetriebnahme, der kurzfristig abgesagt wurde. Hintergrund waren Uneinigkeiten mit der Zulassungsbehörde. 

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Es ging vor allem um das hohe Gesamtgewicht der Fahrzeuge. Im Bereich des Alexanderplatzes mussten im U-Bahn-Tunnel deshalb zwei zusätzliche Stützen eingebaut werden. Auf der Falkenhagener Brücke müssen die Züge - wie alle anderen Trams auch - außerdem mit etwas reduzierter Geschwindigkeit fahren (55 statt 60 Kilometer pro Stunde).

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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