Anschlag auf alternatives Wohnprojekt in Cottbus: Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes
Von Marc-Oliver von Riegen
Cottbus - Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf ein alternatives Wohnprojekt in Cottbus ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des versuchten Mordes.
Die Polizei gehe davon aus, dass die zwei Tatverdächtigen aus dem rechtsextremistischen Spektrum stammten, sagte ein Sprecher. Im vergangenen Jahr war es bereits zu mehreren Angriffen mit Pyrotechnik auf das Wohnprojekt "Zelle 79" gekommen.
Die Beamten wurden in der Nacht zum Donnerstag alarmiert. Unbekannte hätten mehrere Flaschen gegen die Fassade des Hauses geworfen, die mit brennbaren Flüssigkeiten gefüllt waren, teilte die Polizei mit. Die Beamten konnten einen kleinen Brand nahe dem Wohnprojekt löschen. Verletzt wurde niemand.
"Aufgrund der Tatsache, dass sich zur Tatzeit Personen in dem Haus aufhielten, ermittelt die Polizei zunächst wegen des Verdachts des versuchten Mordes, vorbehaltlich der konkreten Bewertung der Staatsanwaltschaft", teilte sie mit. Da es sich um ein alternatives Szeneobjekt handle, habe der Staatsschutz eine Ermittlungsgruppe mit der Mordkommission gegründet. Der Schutz werde verstärkt.
Nach ersten Zeugenaussagen wurden den Ermittlern zufolge zwei Männer bei der Tat beobachtet, die etwa 15-20 Jahre alt und schwarz gekleidet sein sollen. Einer trage eine Tätowierung am linken Unterarm und eine schwarz-weiß-rote Sturmhaube, ein anderer ein Langarm-Shirt mit weißem Aufdruck auf der Brust.
Titelfoto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa
